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Lexikon der Biologie

Vielzelligkeit

Vielzelligkeit, die Eigenschaft Höherer Organismen, aus vielen Zellen zu bestehen, die in Geweben und Organen unterschiedliche Funktionen wahrnehmen können. Vielzeller (Metazoa, Metaphyta) unterscheiden sich von Einzellern (Protozoen, Protophyten), aus denen sie im Verlauf der Evolution durch Zell-Vermehrung hervorgegangen sind, durch eine Reihe von Eigenschaften. Eine Folge der Vielzelligkeit ist, daß die Zellen während der Ontogenie (Embryonalentwicklung) eines vielzelligen Organismus morphologisch und physiologisch ungleich werden und bis auf die Keimzellen die potentielle Fähigkeit verlieren, wieder einen neuen Organismus zu bilden (Omnipotenz, Totipotenz). Zellen von Vielzellern unterliegen zudem einer Proliferationskontrolle (Proliferation), so daß Zellteilungen (Cytokinese) in Verbindung mit der Apoptose (Zelltod) nur zu Wachstums- (Wachstum) und Regenerationsprozessen (Regeneration) stattfinden. Vielzellige Tiere, Pilze und Pflanzen weisen eine Reihe struktureller und physiologischer Unterschiede auf. So sind Pflanzenzellen von einer Zellwand umgeben und können die Fähigkeit zur Photoautotrophie (Photolithotrophie) besitzen. Zudem können aus differenzierten Pflanzenzellen unter geeigneten Bedingungen ganze Pflanzen regenerieren. Tiere weisen eine große Vielzahl unterschiedlicher Zelltypen auf, deren Lebensdauer von wenigen Tagen bis Monaten (Blutzellen) bis zu vielen Jahren (Muskelzellen [Muskeln], Nervenzellen usw.) betragen kann. Volvocaceae.

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