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Lexikon der Biologie

Thrombocyten

Thrombocyten [von *thrombo- , griech. kytos = Höhlung, Zelle], Blutplättchen, durch Abschnürung aus Megakaryocyten (Thrombocytopoese) entstandene Blutkörperchen (keine echten Zellen), die eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung (Farbtafel) spielen, indem sie zunächst durch Verklumpen eine Wunde verschließen (Wundheilung), ferner eine Vasokonstriktion mittels ausgeschütteter Mediatoren im Wundbereich hervorrufen und schließlich die Gerinnung auslösen. Durch ihre (unspezifische) phagocytotische Aktivität (Phagocytose) unterstützen sie zudem die Immunabwehr (Immunsystem). Neueren Erkenntnissen zufolge lösen die Thrombocyten ( vgl. Abb. ) bei einer Verletzung eine Entzündung der Gefäßwand aus und induzieren auf diese Weise die Reparatur des Gefäßes (Blutgefäße). Dafür wird ein spezifisches Protein, das wegen seiner Verwandtschaft zum TNF (Tumor-Nekrosis-Faktor) als TRAP (TNF-related activation protein) bezeichnet wird, nach einer Gefäßwandverletzung aus dem Zellinnern auf die Zelloberfläche der Thrombocyten verlagert. Es bindet an passende Rezeptoren auf Endothelzellen, woraufhin diese Botenstoffe ausschütten und Adhäsionsmoleküle (Adhäsine) auf der Oberfläche ausbilden. Letztendlich werden durch die darauf folgenden Prozesse Granulocyten und Monocyten angelockt – der erste Schritt zur Wiederherstellung des Gefäßes. Die Thrombocyten des Menschen haben ca. 1,2–4 μm Durchmesser, ihre Lebensdauer beträgt nur etwa 2–10 Tage. Blut (Tab.), Blutbildung (Farbtafel), Blutgruppen, Blutzellen (Abb.), Donné (A.), PF4, platelet activating factor, Schultze (M.J.S.), Serotonin, Thrombocyten-Aggregations-Hemmer, Thrombocytopenie, Thrombopoetin, Thromboxane.



Thrombocyten

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen 1 von Thrombocyten, 2 in ein Fibringerüst eingelagert

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