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Lexikon der Biologie

Granulocyten

Granulocyten [von *granulo- , griech. kytos = Hohlraum, Zelle], polymorphkernige Leukocyten, granulierte weiße Blutkörperchen (Leukocyten), die im Knochenmark gebildet werden (Blutbildung) und einen wichtigen Teil der Infektabwehr darstellen. Aufgabe der Granulocyten ( vgl. Tab. ) ist die Phagocytose von Fremdkörpern, Bakterien usw. (Entzündung, Eiter). Der tägliche Granulocytenumsatz beträgt 1,63 Milliarden Zellen, die unreife Reserve 8,2 Milliarden Zellen pro kg Körpergewicht. Nur ca. 1/30 der Granulocytenmasse zirkuliert im Blut; die gleiche Menge liegt im Gewebe perikapillär. Bei Infektionen werden die Granulocyten mobilisiert, wobei auch unreife Granulocyten ausgeschwemmt werden können (Leukocytose, Linksverschiebung). Neben den neutrophilen Granulocyten ( vgl. Abb. ), welche die Hauptlast der zellulären Abwehr tragen und die ca. 50–60% der gesamten Leukocyten ausmachen, gibt es noch die eosinophilen Granulocyten, die bis ca. 5% der Leukocyten betragen und im Rahmen von Allergien und Parasitenbefall (Parasiten) vermehrt auftreten (Eosinophilie), und die basophilen Granulocyten, die normalerweise nur um 1–2% nachweisbar, aber z.B. bei chronisch-myeloischer Leukämie (CML) von diagnostischer Bedeutung sind. Bei Fehlen von Granulocyten kommt es zur Agranulocytose. Blutzellen, GCSF, GMCSF, Granulocyten-Funktionstest, Leukocytenkurve, Leukocytopenie, Mastzellen; Blutbildung .



Granulocyten

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines neutrophilen Granulocyten

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