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Wissenschaftsgeschichte: Großer Streit um die Zeit

Als Leibniz und Newton sich über die Infinitesimalrechnung entzweiten, ging es nicht bloß darum, wer als Erster mit unendlich kleinen Größen zu rechnen verstand. Hinter dem Gelehrtenzank steckte ein fundamental unterschiedliches Zeitverständnis.

Am Beispiel der Zeitmessung demonstriert Thomas de Padova überzeugend, dass physikalische Theorien keine Ausgeburt reinen Denkens sind, sondern mathematisch zusammengefasste Erfahrungen mit Apparaten. In seinem Buch schreibt er: "Die Gelehrten überprüfen mit Pendeluhren die Gleichmäßigkeit der Erdrotation, bestimmen die Beschleunigung frei fallender Körper oder die Geschwindigkeit des Schalls. Ohne die vorherige Erfindung dieser Zeitmesser […] wäre auch jene allgemeine Bewegungs- und Schwerkrafttheorie nicht vorstellbar, die Isaac Newton gegen Ende des Jahrhunderts aufstellte.«

Gemeint ist das 17. Jahrhundert, in dem nicht nur der große englische Naturforscher Isaac Newton (1642 – 1727) mit seinen "Principia mathematica" den Grundstein der klassischen Physik legte, sondern auch einige weniger prominente Handwerker erstmals auf die Sekunde genaue Pendeluhren schufen. ...

November 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft November 2013

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