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Lesermeinungen - Spektrum der Wissenschaft - Seite 27

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Einen Gott, den es gibt...

    16.02.2018, Erik Thiesen
    Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat geschrieben: "Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht." Was auch immer er damit gemeint hat, er hat ihn den Kategorien der sicht- und messbaren Welt entzogen. Ein Beispiel für: "Was [ist] das eigentlich..., dessen Existenz man beweisen oder widerlegen will" und "ob es nicht überhaupt sinnlos ist, rational an das Problem heranzugehen".
    Der Forist "Matze" dagegen scheint es genau zu wissen und urteilt über ein gutes Drittel der angesprochenen amerikanischen Philosophen, dass sie nicht intensiv und unvoreingenommen an das Problem herangegangen sind. Für mich ein Beispiel dafür, dass "ohnehin am Ende immer nur das herauskommt, was man am Anfang schon geglaubt hat".
    Ob es relevant ist, sich mit dieser Frage zu beschäftigen, mag jeder angesichts von 3,5 Milliarden Christen und Moslems selbst beantworten.
    Und führt mehr Bildung gleichzeitig zu weniger Religion? Umfragen scheinen das nahezulegen. Matthias Warkus aber legt nahe, dass noch mehr Bildung eher dazu führt, sich eines letzten Urteils zu enthalten.
  • Planetarische Grenzen beachten ist human, grenzenlose Energie-Utopie ist inhuman

    16.02.2018, Dr Wolfgang Epple
    Es ist gerade nicht inhuman, die planetarischen Grenzen für menschliche Entwicklung und menschliches Schaffen ins Bewusstsein zu rufen. Und es ist geradezu inhuman, diese Grenzen nicht sehen zu wollen. Eine Reduktion von Wohlstand auf die Flussdichte nutzbarer Energie blendet die wesentlichen Faktoren der Ökologischen Krise des Planeten nahezu vollständig aus. Erinnert sei Hans Jonas, 1979, Prinzip Verantwortung; dort wörtlich: "Die Bevölkerungsexplosion (...) nimmt dem Wohlfahrtsstreben das Heft aus der Hand und wird eine verarmende Menschheit um des nackten Überlebens willen zu dem zwingen, was sie um des Glückes willen tun oder lassen konnte: zur immer rücksichtsloseren Plünderung des Planeten, bis dieser sein Machtwort spricht und sich der Überforderung versagt.“
    Dem wäre nach annähernd vier Jahrzehnten nicht viel hinzuzufügen.

    Die Verschiebung der Themenschwerpunkte des heutigen Mainstreams - vor allem geprägt vom Hype um die Klimaerwärmung und den Glauben an technische Lösungen - ist für sich genommen kein Beleg für eine Änderung der komplexen ökologischen und ökonomischen Fakten, um die es geht. Eine insgesamt naturgefährdende Verschiebung der Wahrnehmung hat eingesetzt: Mangelnde historische Tiefe prägt das "Verständnis" von Natur der jetzigen jungen Generation. Die Wildnisse der Erde werden verabschiedet, Kulturlandschaften beschädigt, Naturschutz gerät in Vergessenheit, die Zukunft wollen wir rein technologisch bewältigen. Ein insgesamt zu kurzer Sprung am Rande des Abgrundes, der noch immer und verschärft gähnt.

    Vor der zahlenmäßig überbordenden Menschheit hat man offensichtlich kapituliert, bzw. es ist im Moment politisch unkorrekt, diesen umfassenden und tieferen Grund vieler Armuts- und Gerechtigkeits-Probleme überhaupt nur zu thematisieren.

    Die Sprengung des anthropozentrischen Standpunktes aber wird zur dringlichsten Frage der Zukunft des Lebens auf der Erde. Der Wohlstand zukünftiger Generationen misst sich nicht "eigentlich" an der Flussdichte nutzbarer Energie. Er wird sich vielmehr darin niederschlagen, wieviel von der Fülle des außermenschlichen, Grundlage bietenden Lebens und der "Schönheit" des Planeten in die Zukunft gerettet werden kann - wohlgemerkt: Diese nicht nur verstanden als Warenlager und Selbstbedienungsladen des Menschen, sondern als seine "Heimat", sein Habitat, seine ihm überantwortete, ihn behütende, bewahrende und erfreuende Mitwelt: Das wäre die Reise zum innerlich vertieften Wohlstand - vom Umwelt-Begriff zum Mitwelt-Empfinden, von der Menschlichkeit über die Mitmenschlichkeit zur Mitgeschöpflichkeit - und darüber hinaus. Die Menschheit braucht nicht nur eine Energie- und Ressourcen-Wende, sie bräuchte eine im Wortsinne grundlegende Ethik-Wende.
  • Liebe und Weisheit

    16.02.2018, Helge
    In Platons Höhlengleichnis halten wir die Schatten an der Wand für die Realität. Unsere Ketten sind die Identifikation mit unserem Denken, insbesondere die Vorstellung von der Existenz eines Ich. Meditation befähigt Einen, in die Stille jenseits der Gedanken zu treten und mit der sich einstellenden Kraft in die Freiheit des Lichtes zu treten. Dann erfährt man die Antwort, ob Gott existiert und auf welche Art. Mit Hilfe des logischen Denkens wird man sich nur auf Ewig im Kreis drehen und weiter angekettet in der Höhle auf die Schatten der Wand starren. Platon und Sokrates waren Philosophen im Sinne des Wortes, nicht Liebe zur Weisheit, sondern Verwirklichung von Liebe und Weisheit.
  • In der Schweiz gilt die Zustimmungslösung

    16.02.2018, Andreas Kyriacou
    Der obige Kommentator irrt. In der Schweiz gilt die Zustimmungslösung. Derzeit werden allerdings Unterschriften für eine Volksinitiative gesammelt, die den Wechsel zur Widerspruchslösung anstrebt. Die Unterschriftensammlung verläuft eher schleppend, dennoch ist es gut möglich, dass sie Anfang 2019 zustandekommt, und so in der Schweiz in absehbarer Zeit an der Urne über den Systemwechsel abgestimmt werden kann.

    Aber auch wenn die Initiative mangels genügender Unterschriftenzahl nicht zustandekommen oder in der Volksabstimmung abgelehnt werden sollte, erzeugt sie mediale Öffentlichkeit für das Thema "Organspende". Und das ist vielleicht der bessere Ansatz, um die Spendenbereitschaft zu erhöhen, als die Bevölkerung zu zwingen, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, damit der einzelne seine Handlungsfreiheit nicht verliert.
  • Ameisen sind interessante Tiere

    16.02.2018, Manfred Raida
    Vor vielen Jahren war ich zu Besuch in dem Würzburger Ameisenlabor und hatte Interesse an der Analyse der schmerz verursachenden "Gift"Stoffe der Ameisen gezeigt, leider ist nie was daraus geworden. In Singapore kam ich an Drüsensekrete lokaler Ameisen und habe diese mit Massenspektrometrie analysiert. Leider gibt es kaum Ameisengenome, die ersten werden gerade sequenziert. Wird also noch dauern bis herauskommt was ich da analysiert habe. Das selbe sollte man auch mit dem Speichel der Riesenameisen machen und vielleicht neue Wirkstoffe gegen Bakterien und Pilze finden.
  • aber man kann auch Gott in der Welt erkennen.

    16.02.2018, Wilfied S.
    Wenn man ihn erkennen könnte, dann bräuchte es ja der ganzen Diskussionen nicht, die selbst Philosophen beschäftigt.

    Wie erkennt man dann, dass man dies richtig zu erkennen und, damit einhergehend, welcher Gott wird dort erkannt?
  • Warum wird nicht erwähnt

    15.02.2018, Karl
    Das SpaceX bereits im fortgeschrittenen Stadium an der nächsten Generation von Schwerlastraketen arbeitet - und diese schon in 5 Jahren fliegen könnten?

    Wenn die Spezifikationen von SpaceX zutreffen, könnten Flüge von mehr als 10 Personen zum Mond für unter 100 mio € machbar sein. Und das ist eher eine pessimistische Schätzung. Ein absulter game changer! Auch blue Origin sei hier erwähnt, die ebenfalls an ähnlichen System arbeiten und sehr viel Geld zur verfügung haben.

    Bei dem aktuellen Entwicklung macht es überhaupt keinen Sinn, Budgetspekulationen anzustellen. Der Schlüssel in allem ist eine Preisreduktion in launch costs. Wenn diese erreicht werden, sind auch deep space missionen kein Problem. Aus meiner Sicht muss Europa schnellstmöglich die Ariane 6 beerdigen und einen Nachbau der Falcon 9 anstreben.
  • angeblich tausende von Influenza Toten

    15.02.2018, Dr.Werner Thurner
    "Allein in Deutschland sterben in einem aktiven Jahr 10 000 bis 20 000 Menschen an den Folgen der Influenza-Infektion."

    Diese extrem nach oben geschätzten Zahlen der sog. Excess Mortalität der Influenza , können nicht stimmen, sollten in dieser Form nicht verbreitet werden und dienen m.E. nur dazu die Impfung für Alle (davon ausgenommen die sinnvolle Influenza Impfung für Risikogruppen) zu propagieren.
    Vgl. hierzu die objektiven Zahlen des RKI bezüglich nachgewiesener Influenza Toten gemäß dem Infekt.Schutz Gesetzes. Der Tod an Influenza ist ja bekanntlich meldepflichtig und wenn jemand an einer Influenza stirbt wird dies in der Regel auch gemeldet.Krankenhausärzte aber auch Hausärzte wissen und tun das.
    https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Influenza/FAQ_Liste.html

    " Aber auch in Grippesaisons wie 2010/11, in denen keine Exzess-Mortalität geschätzt werden konnte, wurden laborbestätigte Influenza­todesfälle gemäß Infektionsschutzgesetz an das RKI übermittelt (Saison 2010/11: 160 Todes­fälle)"

    2010/11 also nachgewiesen 160 Tote in Deutschland an Influenza.Die Excess "Schätzungen" bewegten sich in den letzten Jahren zwischen 8000-22000 Influenza Toten!

    Wie kommen diese völlig überhöhten Schätzungs (!) Zahlen des RKI zustande, bei einer Letalität der Influenza von ca. 0,02 % ?

    Die (pharmagesponserte) ARGE Influenza beim RKI schätzt diese mit den in einer Grippesaison durch Sentinel (Wächterpraxen) gemeldeten ARE (Akute Respiratorische Erkrankung bzw. influenza like syndrom) Erkrankungen als angebliche Influenza Aktivität und betrachtet nach der Saison die allgemeine (!) Übersterblichkeit während der Influenzasaison mittels der Übersterblichkeitstabellen der Lebensversicherungen als rein influenzabedingt. Sämtliche Übersterblichkeiten werden also als von der Influenza verursacht angesehen, als ob es im Winter keine Herz-Kreislauferkrankungen, allg. Infektionen, bakterielle Pneumonien , Selbstmorde, etc. in Deutschland gäbe.

    Daß diese Vorgehens- und Schätzweise natürlich nicht die wahren Influenzatoten einer Saison abbildet und zugunsten von Angsmache und Impfpropagierung viel zu hoch geschätzt wird, sollte jedem klar sein.
  • Landen oder Verglühen

    15.02.2018, Manfred Polak
    Ein Auto ist ja eigentlich ein recht poröses Objekt. Würde der Tesla tatsächlich irgendwo "landen", wenn er mal auf die Erde fällt, oder würde er sich zerlegen und verglühen?
    Stellungnahme der Redaktion

    Vermutlich würde ein Teil von ihm verglühen. Robustere Teile aus Edelstahl und Titan könnten aber auch auf der Erdoberfläche ankommen. Diese Materialien, die teils in Elon Musks Elektroauto verbaut sind, überstehen zumindest bei abstürzenden Satelliten einen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

  • Was macht eigentlich Herr Schrödingers Katze ..

    15.02.2018, Rychard
    .. ganz praktisch könnte z.B. gefragt werden, wann und wo den der, die, das Gesuchte und damit auch dessen Beweisbarkeit existiert .. und was die Einschränkung der nicht vorhandenen Antwort bedeutet .. die Eigenschaften der Katze waren wenigstens vor dem Gedankenvergleich noch bekannt ..
  • Gibt es Schönheit?

    15.02.2018, Kai Hiltmann
    Es gibt Dinge, de man nicht als Objekte, sondern als Aspekt von Objekten ansehen kann. Die Welt kann man ohne Gott erklären, aber man kann auch Gott in der Welt erkennen.
  • Mögliche Gottes-Existenz ist irrelevant

    15.02.2018, Matze
    Die zuletzt gestellte Frage lässt meines Erachtens einen Schluss zu: Zwei Drittel der Teilnehmer der Umfrage haben sich intensiv und unvoreingenommen mit diesem Thema beschäftigt.
    Viel interessanter als die Frage „Gibt es einen Gott?“ halte ich hingegen die Frage „Ist die Existenz oder die Nicht-Existenz eines Gottes oder sonst eines Geistwesens relevant für die Menschheit? Ich persönlich zweifle ob es Gott gibt oder nicht. Die Frage nach der Relevanz für die Menschheit würde ich mit einem klaren Nein beantworten.
    Bleibt noch die Frage, wie können wir die Religionen die von einigen als Evolutionsvorteil angesehen werden mit modernen Mitteln ablösen. Auch hierauf habe ich meine eigene Antwort: gute Bildungsmöglichkeiten für alle Menschen schaffen!
    Der Autor Herr Warkus hat hier wohl ein von vielen mit Interesse betrachtetes Thema auf den Tisch gebracht. Was ich für begrüßenswert halte. Mir kommt es nach der Lektüre seines Textes so vor, als stellten sich viele Philosophen immer wieder die gleichen Fragen, die sich zum Teil nicht beantworten lassen. Ich würde mir wünschen, dass die Philosophie Fragen die zu Antworten führen mehr Beachtung schenkt
  • Mit Gott gesprochen!

    15.02.2018, Eugen Ordowski
    "eine bestimmte Gottesvorstellung aus dem Christentum, nämlich die von Gott als allwissender, allmächtiger und vollkommen guter Person, die aktiv ins Weltgeschehen eingreift."
    Gottes Worte: (bei einer längeren, nächtlichen Debatte mit IHM)
    "Ich bin mächtig, aber nicht allmächtig - ich bin wissend, aber nicht allwissend - vollkommen bin ich nicht, in die Zukunft schauen kann ich auch nicht - was ihr auf der Erde treibt, damit habe ich nichts zu tun - meine , von erschaffenen Gesetze kann auch ich nicht mehr korrigieren, geschweige, denn brechen"
    Auf den Hinweis, dass ich nicht an ihn glaube, war nur die Antwort: "Ist mir egal!"
  • Was nicht gesagt wird

    15.02.2018, Stefan Räbiger
    Bisher gibt es keinen ausreichenden Schutz gegen kosmische Strahlung die bei langen Aufenthalten im Deep Space zu gesundheitlichen Schäden führt und auch die Dauer eines Aufenthalts im All ist immer noch ein Problem. Der amerikanische Astronaut der den längsten Aufhalt auf der ISS hatte, ist schwer krank. Bevor diese Probleme nicht gelöst werden ist es eine Träumerei auf Kosten der Gesundheit von Menschen zum Mars zu fliegen. Ich bin trotz dieser Problem ein Befürworter der Weltraumfahrt, bin aber auch für einen ehrlichen und transparenten Umgang mit den Problemen die noch ungelöst sind.
  • Problem: Mir ist egal, was nach meinem Tod mit den Organen passiert

    15.02.2018, Andreas Grund
    Vermutlich enthält sich die Mehrheit der Deutschen einer Stellungsnahme für oder gegen Organentnahme.
    Ich habe einfach nicht vor, demnächst zu sterben
    Außerdem ist es mir egal, was nach meinem Ableben mit meinem Körper passiert.

    Da ich davon ausgehe, dass es den meisten Menschen ebenso geht, ist es für mich unverständlich, warum man die Entscheidung für die OptOut-Regel nicht schon längst in Form eines Referendums geklärt hat.

    Enscheidend hier die Auswertung des Referendums. Diejenigen, die sich enthalten, sollten der Zustimmung zum OptOut hinzu gerechnet werden.

    Ich bin sicher, dass wir dann ganz schnell genug Spenderorgane haben werden...wie die Schweizer jetzt schon. Die haben die Regel schon seit Jahren.

    Beste Grüße
    Andreas Grund