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Anthropologie: Ein Vierteljahrhundert Anthropologie

Ein kapitaler Erfolg der Forschung war die Zusammenführung von genetischer und linguistischer Analyse. Ansonsten gab es faszinierende technische Fortschritte - und wenig neue Ideen.


Eine Tagung der Anthropologischen Gesellschaft von Paris Anfang der 1970er Jahre hat einen unauslöschlichen Eindruck in meinem Gedächtnis hinterlassen. Es war, als hätte ich einer ganzen Wissenschaft beim Sterben zugesehen. Mein damaliger Mentor hatte mich zur Teilnahme genötigt; es sei nur zu meinem Besten. Als frisch gebackener Assistent hatte ich all jene mathematischen Methoden der Populationsgenetik und Biometrie parat, die man Landwirtschaftsstudenten zur Veredelung von Zuchtrassen beibrachte; diese Techniken sollte ich nun den Vertretern jener Wissenschaft nahe bringen, die damals als physische Anthropologie bezeichnet wurde.

Den Vorsitz über die Tagung hatte ein ehemaliger Generalstabsarzt aus den Kolonien, der sein halbes Gesicht im Krieg verloren hatte. Schriftführer war mein Anthropologieprofessor, der ebenfalls Kolonialstabsarzt gewesen war, allerdings nur im Range eines Obersten. Sein Kopf war immerhin unversehrt – zumindest äußerlich. Verschiedene Vorträge befassten sich mit dubiosen Vermessungen an asiatischen, afrikanischen oder europäischen Exemplaren des Menschen. Ein älteres Fräulein mit Hut und geblümtem Kostüm, bis in die Körperhaltung vom Bewusstsein ihrer Höherwertigkeit durchdrungen, zeigte Schwarz-Weiß-Dias belgischer Sportler im Trikot und erläuterte anhand der "markigen Gesichtszüge" dieser "Vollblutathleten" mit spitzer, vor Ergriffenheit zitternder Stimme deren "Biotypologie". Ihre Nähe zu einem der wissenschaftlichen Großfürsten der Vergangenheit verschaffte ihr, wie auch einigen anderen, den Posten eines Forschungsdirektors beim Nationalen Zentrum für Wissenschaft und Forschung (CNRS).

Hartnäckige Blüten aus dem kolonialen Sumpf


Dieses sehr spezielle Biotop verhielt sich gleichgültig bis abweisend gegenüber jeglicher Entwicklung von Methoden oder Theorien. Die kolonial geprägten Anthropologen wollten von Genetik oder Biometrie nichts wissen, obwohl Letztere bereits seit einem Jahrhundert von britischen Anthropologen betrieben wurde. Zehn Jahre später war das Biotop durch den natürlichen Lauf der Dinge endgültig ausgetrocknet; aber einige seiner abstrusesten Ideen, wie die von der "biologischen Primitivität der Jäger und Sammler" oder vom afrikanischen Ursprung des modernen Menschen, treiben weiter ihr Unwesen. Sie stecken hartnäckig in den Köpfen der Öffentlichkeit im Allgemeinen, der Mediziner im Besonderen und zum großen Teil – wenn auch vielleicht nur als Arbeitshypothese – der nachwachsenden Forschergeneration.

Diejenigen, die auf die Stellen der kolonialen Anthropologen nachgerückt waren und sich nunmehr untereinander um Forschungsgelder und Assistentenstellen stritten, waren im Wesentlichen entweder Paläontologen oder Populationsgenetiker. Beide Gruppen unterschieden sich radikal in ihren Forschungsgegenständen wie in ihren Methoden. Die eine Seite arbeitete mit dem "typologischen" Ansatz, betrieb Ausgrabungen und erforschte Stammbäume, die andere Seite verfolgte den populationswissenschaftlichen Ansatz, verwendete hochspezialisierte Labortechniken und erforschte die biologischen Vielfalt.

Über jede der beiden Seiten ist eine technische Revolution hinweggefegt, und zwar mit einer derartigen Rasanz, dass dabei manch traditioneller Anthropologe auf der Strecke blieb. Diejenigen aber, die rechtzeitig auf den fahrenden Zug aufgesprungen waren, konnten spektakuläre Erfolge einfahren.

Die moderne Computertechnik bietet heute dem Durchschnittsstudenten Berechnungsmöglichkeiten, von denen noch vor dreißig Jahren die besten Wissenschaftler nicht einmal hätten träumen können. Das heißt leider nicht immer, dass die Leute wissen, was sie tun, wenn sie zu Tausenden die kompliziertesten Programmpakete aus dem Internet herunterladen und anwenden. In der Populationsgenetik nutzt man sehr häufig den Computer, um mit fiktiven Daten Hypothesen und Modelle zu testen, für die echte Daten nicht oder nur sehr schwer zu beschaffen sind. So versucht man sich ein Bild davon zu machen, wann sich eine bestimmte Mutation in einer Population durchgesetzt hat oder wann zwei Populationen sich getrennt haben – auch wenn die Genauigkeit solcher Abschätzungen kaum bestimmbar ist.

Einige der besten Forschergruppen setzen Computer in großem Umfang für die Analyse von Formen und Größenverhältnissen ein, sowohl bei fossilen als auch bei lebenden Objekten. Unter diesen Spitzenforschern gibt es, mangels Kompetenz, kaum Vertreter aus Frankreich; die Anthropologie in diesem Land, die unter der Herrschaft einiger weniger Platzhirsche dahindämmert, benötigt dringend Expertenwissen, das im Ausland oder sogar bei einheimischen Medizinern und Agronomen verfügbar ist.

Die zweite Revolution ist die in der DNA-Sequenzanalyse. Nunmehr ist es möglich, die genetische Vielfalt innerhalb von und zwischen menschlichen Populationen mit ungeahnter Genauigkeit zu bestimmen. Leider sind solche Analysen nach wie vor sehr arbeitsaufwändig und teuer. Das ist eine nur mühsam zu überwindende Hürde in einer Wissenschaft, die von den Meinungsführern immer noch als abseitig belächelt wird, obgleich sie Großes zu leisten verspricht: zum Beispiel in der Medizin die Bestimmung genetischer Risikofaktoren für wichtige Krankheiten oder in der Pharmazie die Erforschung der Abhängigkeit einer Medikamenten(neben-)wirkung von der genetischen Ausstattung des Patienten.

Während man sich in den 1970er Jahren damit zufrieden gab, für jede Person einige Dutzend damals wohl bekannte molekulare Marker (Blutgruppenfaktoren und Proteine) zu untersuchen, kann man heute deren Zehntausende, wenn nicht gar das komplette Genom studieren. Diese verbesserten Möglichkeiten haben einen sehr negativen Nebeneffekt: Da sich die Ausstattung der Populationsgenetik mit Personal, Material und Geld kaum geändert hat, die detaillierte Analyse einer Person aber sehr viel mehr an Sequenzierungsaufwand kostet als früher in der Immunologie, untersucht man statt einiger hundert Menschen nur noch einige Dutzend, manchmal sogar weniger. Folglich haben wir die besseren Daten von der einzelnen Person mit einer schlechteren Repräsentation der Gesamtpopulation und einem schlechteren Überblick über die gesamte genetische Vielfalt des Menschen erkauft.

Synthese unmöglich?


Paläontologen, Archäologen und Genetiker verstehen einander häufig nicht, weil sich ihre Daten nicht vergleichen lassen, selbst wenn sich ihre Fragestellungen überlappen. Erstere arbeiten mit verschwundenen Populationen, deren Überreste keinen hinreichend eindeutigen Schluss auf Verbindungen zu heutigen Populationen zulassen. Man wird niemals wissen, ob diese oder jene Skelettreste und Kulturartefakte von unseren Vorfahren (und wenn ja, von welchen) oder von einer mehr oder weniger weit entfernten Seitenlinie stammen.

Auf der anderen Seite wurde den Genetikern bald klar, dass die Genausstattung heutiger Menschen einige wenige sichere und viele hypothetische, mehr oder weniger testbare Rückschlüsse auf die genetische Ausstattung unserer Vorfahren erlaubt. Aber es ist unmöglich festzustellen, ob einer dieser Menschen, dessen Fossilien wir ausgegraben haben, tatsächlich das so rekonstruierte Genom hatte. Die Genetik kann auch nicht sagen, wo diese Vorfahren gelebt haben; insbesondere ist es abwegig anzunehmen, die Menschen wären über die Jahrtausende stets sesshaft geblieben. Wir wissen, dass es in der Vergangenheit große Klimaschwankungen gegeben hat, die letztlich Wanderungen dieser Populationen auslösten. Schließlich kann man auch wenig darüber sagen, wann diese Vorfahren lebten. Wir wissen so wenig über die Mutationsraten und die Evolutionsgeschwindigkeit der Populationen, dass die höchst aufwändigen Berechnungen nur widersprüchliche und wenig glaubwürdige Ergebnisse liefern.

So schien es, als würden die Forschungsansätze beider Seiten nie zueinander finden können; als jedoch den Genetikern die Linguistik und den Paläontologen die DNA-Analyse zu Hilfe kam, taten sich plötzlich ganz neue Perspektiven auf.

Gene und Sprachen


In den 1960er und 1970er Jahren konnte gezeigt werden, dass der bedeutendste Faktor für genetische Unterschiede zwischen Populationen die geografische Entfernung ist. Das Gesamtsortiment an Genen ist überall auf der Welt weitgehend dasselbe, was belegt, dass alle heute lebenden etwa 6 Milliarden Menschen einen gemeinsamen Ursprung haben, der nicht allzuweit in der Vergangenheit liegt. Was jedoch sehr stark mit dem geografischen Ort variiert, ist die Häufigkeit einzelner Gene aus diesem gemeinsamen Sortiment. Es haben also im Laufe der Zeit alle Populationen der Erde geringen, aber merklichen Kontakt miteinander gehabt, was nur durch Wanderungen zu erklären ist.

Wanderungen aber pflegen Unterschiede, die sich im Verlauf der Besiedlung eines Kontinents oder durch Gen-Drift innerhalb einer isolierten Population ausgeprägt haben, auf die Dauer zu verwischen; deswegen war nicht zu erwarten, dass die Genetik zur Rekonstruktion der Geschichte viel beitragen könnte. Dann aber zeigten in den 1970er Jahren zahlreiche Arbeiten von Luca Cavalli-Sforza und Alberto Piazza, die rasch durch andere Arbeitsgruppen bestätigt und verbessert wurden – darunter die von Robert Sokal, Guido Barbujani und unsere eigene –, dass nach Elimination des geografischen Faktors Unterschiede zwischen den Sprachen einerseits und den Häufigkeiten der Gene andererseits mehr oder weniger stark korreliert sind.

Das konnte offensichtlich nicht heißen, dass zwischen den Genen eines Menschen und seiner Sprache ein Kausalzusammenhang besteht. Nach den Forschungen Noam Chomskys, des Schöpfers der modernen Linguistik, sind zwar gewisse, allen Sprachen gemeinsame Grundprinzipien der Grammatik nicht erlernt, sondern angeboren. Das bezieht sich aber nicht auf eine spezielle Sprache; Gene kodieren zweifellos die Struktur des menschlichen Gehirns, nicht aber seine Funktionsweise. Vielmehr war der Gleichklang der genetischen und der Sprachunterschiede durch eine gemeinsame Ursache zu erklären, nämlich die Geschichte der Besiedlung der Erde. Nachdem somit zwei unabhängige Informationsquellen zur Verfügung standen, konnte man die eine mit der anderen abgleichen und so für die Rekonstruktion frühgeschichtlicher Stammbäume wertvolle Aufschlüsse gewinnen.

Zwei heute sehr beliebte Verfahren, die molekulare Phylogenie und die Analyse fossiler DNA, liefern neue Daten über die Entwicklung der Gene; die Interpretation dieser Ergebnisse ist jedoch bestenfalls heikel und führt schlimmstenfalls völlig in die Irre. Die molekulare Phylogenie erbringt nicht nur Zahlenwerte für den Grad der Verwandtschaft unter Genen und DNA-Sequenzen, sondern rekonstruiert und datiert auch – mit dem so genannten Koaleszenzverfahren – den letzten gemeinsamen Vorfahren einer Menge von Genen oder Sequenzen. Leider ist die Methode sehr ungenau. Zahlreiche fehlerhafte Veröffentlichungen kommen zustande, weil ihre Verfasser nicht verstanden haben, dass der Stammbaum eines Gens täuschend einfach ist und daher die Entwicklung einer Population nicht korrekt wiedergeben kann. Jedes Gen hat nur einen "Elternteil", jeder Mensch dagegen deren zwei und damit eine im Prinzip exponentiell anwachsende Anzahl an Vorfahren. Dabei sind die Komplikationen durch die Wanderungen noch nicht berücksichtigt.

Weitere Hoffnungen für den wissenschaftlichen Fortschritt weckten die Arbeiten an fossiler DNA, insbesondere die Ergebnisse der Arbeitsgruppe um Svante Pääbo (Spektrum der Wissenschaft 1/1994, S. 54). Endlich konnte man Verbindungen zwischen fossilen DNA-Fragmenten, die aus alten Knochen oder Mumien stammten, und der Evolution der Gene herstellen. Auch hier gab es wieder ein lautes Geschrei um spektakuläre Ergebnisse; es hagelte nur so von Pressemitteilungen, besonders zum Thema Neandertaler, deren Stellung im Vergleich zu unserer Art sehr umstritten ist: Waren sie nun unsere Vorfahren und haben sie sich mit modernen Menschen vermischt (Spektrum der Wissenschaft 3/2003, S. 38)? Die Ergebnisse beziehen sich allerdings nur auf ein Teilstück der Mitochondrien-DNA (300 Nukleotide gegenüber 3 Milliarden im gesamten Genom) und auf nur so wenige Individuen, dass sie zu der zitierten Frage keine klare Aussage erlauben, im Gegensatz zu den Behauptungen einiger Autoren und insbesondere der Medien. Überdies ist die Methode auf die meisten Fossilien, vor allem die besonders alten, nicht anwendbar, und es ist sehr schwer, das Material von Verunreinigungen durch jüngere DNA frei zu halten.

Ungeklärte Fragen


Die Geschichte unserer Vorfahren ist heute immer noch nicht einfach zu erzählen; die Lücken und Zweifel sind größer als der Bestand an gesichertem Wissen. In der Frage der Verwandtschaft zwischen Mensch und Menschenaffen hat es im vergangenen Vierteljahrhundert kaum Fortschritte gegeben. Die einzige gesicherte neuere Erkenntnis ist, dass unsere Beziehungen zu den Gorillas, Bonobos und Schimpansen weit komplizierter sind, als mit den von Lamarck, Darwin oder noch von dem amerikanischen Paläontologen George Gaylord Simpson (1902 – 1984) erdachten einfachen Verzweigungsstammbäumen wiederzugeben ist. Nur in der molekularen Phylogenie werden diese so genannten dichotomen Stammbäume unverdrossen weiter zugrunde gelegt.

Weder Genetik noch Paläontologie können Wesentliches zu der Frage beitragen, wie die menschliche Sprache mit der "doppelten Artikulation" – Laute werden zu Wörtern zusammengefügt und diese nach den Regeln einer Grammatik zu Sätzen – entstanden ist. Gleiches gilt für die Frage, wie sich die Gattung Homo und ihre Arten von ihren nächsten Verwandten abgetrennt haben.

Auch wenn einige Leute noch anderer Meinung sind, meist weil sie von falschen Voraussetzungen ausgehen: Die Seltenheit der Fossilien, ihre Fundorte und insbesondere die Genetik heutiger Populationen sprechen eindeutig dafür, dass die Anzahl unserer frühzeitlichen Vorfahren recht gering war. Es ist auch nicht anzunehmen, dass die Urpopulation der Menschen sich zunächst in verschiedene "Rassen" aufspaltete und diese erst weit später in verschiedene Regionen der Erde ausschwärmten. Vielmehr wurde wahrscheinlich praktisch jede Region mehrfach besiedelt. Zu bestimmen, wo unsere letzten gemeinsamen Vorfahren gelebt haben, ist außerhalb der Reichweite heutiger Techniken, auch wenn man allzu häufig das Gegenteil liest. Afrika und der Nahe Osten sind gute Kandidaten aufgrund der dort gefundenen Fossilien; aber ob die zugehörigen Menschen überhaupt Nachkommen hatten oder gar eine Abstammungslinie von ihnen bis in unsere Zeit reicht, kann niemand mit Bestimmtheit behaupten.

Für die wesentlich jüngere Vergangenheit, insbesondere seit der Jungsteinzeit und speziell jener Epoche, in der die Landwirtschaft an mehreren Orten parallel erfunden wurde, gibt es weit mehr an direkten Informationen, und Verbindungen zwischen linguistischen und genetischen Strukturen sind leichter zu finden. Zu der auf einen Teil eines Kontinents begrenzten Geschichte einer Population gibt es solide wissenschaftliche Arbeiten, die detaillierte Hypothesen aufstellen und testen.

Noch viel zu häufig verwenden Lehrer und Humanwissenschaftler, aber auch Mediziner und Pharmazeuten, insbesondere wenn es um klinische Studien oder sportliche Wettkämpfe geht, Rassenbegriffe aus dem 19. Jahrhundert oder irreführende Darstellungen über die biologische Vielfalt menschlicher Populationen. Sie werden unterstützt durch die Propaganda neorassistischer Strömungen, unter denen sich der sehr reiche und sehr rassistische "Pioneer Fund" aus New York besonders hervortut. Mit großen Geldsummen fördert der Fund selbst ernannte Forscher wie J. Philippe Rushton, seinen gegenwärtigen Präsidenten, oder Richard Herrnstein und Charles Murray, die Autoren des Bestsellers "The Bell Curve". Diese Leute haben in den letzten Jahren zahlreiche Propagandaschriften verfasst, die angeblich auf neuen Erkenntnissen aus Biologie und Psychometrie beruhen.

Solche pseudowissenschaftlichen Beiträge, ebenso wie diejenigen der Kreationisten, sind gesellschaftlich nicht ungefährlich, vor allem wenn man die finanziellen Mittel ihrer Verfasser berücksichtigt. Dass außerdem das aktuelle Wissen überdie genetische Vielfalt des Menschen in der Allgemeinheit nur sehr mangelhaft ist, führt vor allem in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung oft zu groben Fehlern, da man diese Diversität nicht berücksichtigt oder in sinnlos gewordene Kategorien fasst.

Wenn der Mediziner die (genetische) Herkunft eines Patienten kennt, kann er möglicherweise, insbesondere bei exotischen Krankheiten, eine bessere Diagnose stellen und die Risiken einer Behandlung besser abschätzen. Das gilt vor allem in der Pharmakologie beim Einstellen der optimalen Dosierung eines Medikaments. Denn das Risiko einer Behandlung sowie die optimale Dosis können je nach Herkunft des Patienten stark schwanken. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass man stark wirkende oder riskante Medikamente nicht mehr nur pro Kilogramm Körpergewicht des Patienten bemisst, sondern auch aufgrund einer vorhergehenden Gen-Analyse. Vor allem wird man überprüfen, ob der Patient über Enzyme zum Abbau des Medikaments verfügt.

Ziehen wir ein Fazit des letzten Vierteljahrhunderts Anthropologie: Die große Überraschung bestand darin, dass die linguistische und die genetische Analyse zusammengefunden haben, während die Hoff nungen, das Rätsel der menschlichen Evolution mithilfe der DNA-Analyse zu lösen, oft enttäuscht wurden.

Literaturhinweise


Die schönste Geschichte des Menschen. Von den Geheimnissen unserer Herkunft. Von André Langaney, Jean Clottes und Jean Guilaine. Lübbe, Bergisch Gladbach 2000.

Die Evolution der Sprachen. Spektrum der Wissenschaft Dossier 1/2000.

Der genetische Ursprung des modernen Menschen. Von Véronique Barriel in: Evolution des Menschen. Spektrum der Wissenschaft Dossier 3/2000.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 7 / 2003, Seite 1
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
7 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 7 / 2003

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