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Neuronale Hemmung: Weniger ist manchmal mehr!

Lange Zeit dachten Forscher, dass viele neurologische und psychiatrische Erkrankungen auf einer zu geringen Hirnaktivität beruhen. Doch häufig ist genau das Gegenteil der Fall.
Chaos im KopfLaden...

Kennen Sie das: Jemand kommt auf Sie zu, begrüßt Sie freundlich, aber Ihnen fällt partout nicht ein, wer das ist? Oder Sie versuchen sich auf einen Zeitungsartikel zu konzentrieren, aber Ihre Gedanken schweifen immer wieder ab? Solche vorübergehenden Gedächtnislücken und gelegentliche Zerstreutheit erklären wir oft mit Aussagen wie »mein Gehirn schläft noch« oder »meine grauen Zellen sind noch nicht richtig in Schwung«. Wenn unser Denkorgan in irgendeiner Form nicht so gut arbeitet, wie wir es erwarten, neigen wir dazu, ihm zu unterstellen, es laufe auf Sparflamme.

Aber ist das wirklich so? Tatsächlich gingen viele Hirnforscher lange Zeit davon aus, dass kognitive Beeinträchtigungen wie Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen von einer zu geringen Aktivität bestimmter Hirnareale herrührten. Demnach müsse man die betreffenden Regionen anregen, um die Funktionen wiederherzustellen.

Neuere Untersuchungen an Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen zeigen allerdings, dass häufig das Gegenteil der Fall ist: Die neuronalen Hemmmechanismen funktionieren nicht richtig. Insbesondere in Hirnzentren wie dem präfrontalen Kortex und dem Hippocampus feuern die Nervenzellen weniger kontrolliert  …

8/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 8/2019

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  • Quellen

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