Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten von Spektrum der Wissenschaft frei zugänglich.

Juristisches: Rechtswidrige Primzahlen und das Urheberrecht an Pi

Kann eine Zahl Eigentum einer Person oder Firma sein? Im Prinzip ja – aber wenn sie nicht besonders groß ist, wird es schwierig.
Illegale Primzahl gefunden im März 2001Laden...

Kann eine Primzahl Sünde sein? Oder genauer gesagt: Kann die schlichte Nennung einer Primzahl gegen das Gesetz verstoßen? Theoretisch ja – jedenfalls nach der Auffassung eines New Yorker Richters.

Die Geschichte beginnt um 1996 mit der Einführung eines Verschlüsselungssystems namens Content Scramble System (CSS, nicht zu verwechseln mit den ebenfalls mit CSS abgekürzten Cascading Style Sheets, die zur Programmierung von Webseiten dienen). Die Hersteller der damals neu eingeführten DVDs legten die Daten eines Films in verschlüsselter Form ab, um ein beliebiges Kopieren des Inhalts zu verhindern. Nur DVD-Spieler sollten in der Lage sein, den von der Scheibe abzulesenden Bitstrom in bewegte Bilder und Töne zurückzuverwandeln. Obendrein gaben die Hersteller ihren Produkten einen "Region Code" bei, um beispielsweise europäischen Konsumenten einen Film noch einige Monate nach der amerikanischen Erstveröffentlichung vorenthalten zu können.

Offensichtlich hatte sich das zuständige Konsortium, die DVD Copy Control Association (DVD CCA), beim Verschlüsseln nicht besonders geschickt angestellt. Jedenfalls gelang es bereits drei Jahre später, den Kode zu brechen. Zu allem Überfluss war das Programm, mit dem man einen verschlüsselten Film in den echten umrechnen konnte, überraschend einfach. Nach einigem Probieren gelang es den Hackern, das Notwendige mit 434 Bytes in der Programmiersprache C auszudrücken. ...

März 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft März 2015

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quelle

Ratliff, T.: Pi on Trial and Other Prime Suspects. In: Math Horizons 21-1, S. 18 - 19, 2013