Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Astrophysik: Viele Wege führen zur Explosion

Weiße Zwergsterne zünden eine gewaltige Explosion, wenn sie eine bestimmte Masse erreichen - das dachte man lange. Doch die Wahrheit ist deutlich komplizierter.
Brodelnder Sterngigant

Vor zwei Jahrzehnten schien alles noch ganz einfach: Supernovae vom Typ Ia gehen auf Weiße Zwerge zurück, die Materie von einem großen Begleitstern aufsaugen; das lernte man damals als Student in Astrophysik-Seminaren. Bei Erreichen einer bestimmten Masse explodieren sie dann mit stets gleicher Strahlkraft, hieß es. Daher galten sie als »Standardkerzen«, mit denen sich Entfernungen zu weit entfernten Galaxien bestimmen lassen.

So ähnlich dürften viele es noch immer im Kopf haben. Dabei ist für Experten mittlerweile klar, dass die Sache komplizierter ist: Astrophysiker unterscheiden mehrere Szenarien, die zu Supernovae vom Typ Ia führen können. Zwar ist bei allen ein Weißer Zwerg beteiligt. Aber wie genau es zum Kollaps und anschließend zur Supernova kommt, ist von Fall zu Fall verschieden.

Eine neue Studie bringt nun Bewegung in dieses Foschungsfeld: Ein Team um Maria Bergemann und Philipp Eitner vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg hat rekonstruiert, welche Prozesse vergangenen Supernova-Explosionen in unserer Galaxie zu Grunde lagen. Demnach läuft nur ein kleiner Teil der Ia-Supernovae nach dem klassischen Schema ab, bei dem ein Weißer Zwerg einem Nachbarstern nach und nach Materie klaut …

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – Drohen im Winter Stromausfälle?

Deutschlands Stromnetz scheint am Limit – doch die Netzbetreiber halten die Gefahr von Stromausfällen derzeit für gering. Die Herausforderungen werden nach dem Winter jedoch nur noch größer. Außerdem in dieser Ausgabe: Sind blaue Räume besser als grüne? Und wie erschafft man unknackbare Funktionen?

Spektrum - Die Woche – Wie Erwachsene am besten Fremdsprachen lernen

Ein Lehrbuch und ein Vokabelheft: So war Fremdsprachenunterricht gestern. Heute gibt es Apps und Immersion-Camps. Was funktioniert am besten? Und wie viel Grammatik braucht man wirklich? Außerdem in dieser Ausgabe von »Spektrum – Die Woche«: Friert heißes Wasser schneller als kaltes?

Spektrum Kompakt – Galaxien

Die genaue Verteilung der im Weltraum verstreuten Ansammlungen von Sternen und Materie, ihr Licht und ihre Dynamik sind Schlüssel zur Geschichte des Universums – sofern es gelingt, die scheinbar unermesslichen Weiten systematisch zu kartieren. Doch dank technischer Fortschritte geht es dabei voran.

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Eitner, P. et al.: Observational constraints on the origin of the elements. III. Evidence for the dominant role of sub-Chandrasekhar SN Ia in the chemical evolution of Mn and Fe in the Galaxy. Astronomy & Astrophysics 635, 2020

Sullivan, M. et al.: The dependence of type Ia supernovae luminosities on their host galaxies. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 406, 2010