Direkt zum Inhalt
50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen

Versöhnende Wissenschaft

In den späten 1950er Jahren traten deutsche und israelische Forscher dafür ein, nach der furchtbaren Erfahrung des Holocaust wieder zusammenarbeiten zu können. So wurden sie Wegbereiter auch für die politische Verständigung beider Völker.
Handschlag Israel - Deutschland

Als am 12. Mai 1965 Israel und die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen aufnahmen, blickten einige Wissenschaftler beider Länder bereits auf eine mehrjährige Zusammenarbeit zurück. Sie gehörten zu den Ersten, die sich den Menschen aus dem anderen Land wieder annäherten. Dieser wissenschaftliche Dialog führte "nicht nur zu der fruchtbaren und freundschaftlichen Zusammenarbeit unserer heutigen Wissenschaftler", wie der israelische Biochemiker Michael Sela 1981 resümierte, "sondern auch zu unseren diplomatischen Beziehungen".

Sela war damals der Präsident des israelischen Weizmann-Instituts, einer der bedeutendsten Forschungseinrichtungen des Landes. Von diesem Institut ging 1959 der offizielle Beginn der deutsch-israelischen Wissenschaftsbeziehungen aus, als es eine hochrangige Delegation der deutschen Max-Planck-Gesellschaft (MPG) einlud. Dem bahnbrechenden Ereignis gingen langjährige Bemühungen voraus, in denen Forscher daran arbeiteten, Vorbehalte abzubauen. Denn diese waren gewaltig und historisch begründet.

Während der Nazidiktatur wurden viele jüdische Wissenschaftler vertrieben und die europäischen Juden systematisch ermordet. Das beendete eine produktive deutsch-jüdische Symbiose in den Wissenschaften abrupt und brutal. Die nationalsozialistischen Machthaber zwangen tausende Forscher, darunter Nobelpreisträger wie Albert Einstein, Fritz Haber oder Otto Meyerhof, in die Emigration. Andere, wie der Physiker Arnold Berliner, Herausgeber der Zeitschrift "Die Naturwissenschaften", wählten den Freitod, um ihrer Deportation zu entgehen. Ungezählte Wissenschaftler  darunter der Chemiker Felix Epstein – wurden in den Vernichtungslagern ermordet. …

April 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft April 2015

Kennen Sie schon …

1/2018

Gehirn&Geist – 1/2018

In dieser Ausgabe geht Gehirn und Geist den berühmtesten Experimenten der Psychologie auf die Spur, stellt das Phänomen der Afantasie vor und erklärt die Erinnerung. Außerdem: Kopftransplantation und Hirnscans

November 2017

Sterne und Weltraum – November 2017

In dieser Ausgabe von Sterne und Weltraum wird ein Ausblick auf die Astronomie der Zukunft gegeben. Außerdem: Scheitern der Schiaparelli-Landung, kosmische Teilchenschleuder und Sonnenfinsternis über den USA

Gefühlte Wahrheit - Von Pseudowissenschaft und Verschwörungstheorien

Spektrum Kompakt – Gefühlte Wahrheit - Von Pseudowissenschaft und Verschwörungstheorien

Kopf gegen Bauchgefühl, Vernunft gegen Überzeugung: Was wir als "wahr" empfinden, basiert nicht immer auf Fakten. Was macht Menschen anfällig für Fake News, Verschwörungstheorien und Pseudowissenschaften?

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Vielen Dank!

  • Quellen

Hoffmann, D., Schmidt-Rohr, U. (Hg.): Wolfgang Gentner. Festschrift zum 100. Geburtstag. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2006

Nachmansohn, D.: Die große Ära der Wissenschaft in Deutschland 1900 bis 1933. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1988

Nickel, D. K.: Es begann in Rehovot. Die Anfänge der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland. Europäisches Komitee des Weizmann Institute of Science, Zürich 1989