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News: Das Gedächtnis zählt nur bis vier

Wie sieht es mit der Fähigkeit unseres Kurzeitgedächtnisses aus, visuelle Objekte zu speichern? Wissenschaftler fanden heraus, daß den limitierende Faktor nicht darstellte, wieviele Einzelheiten, wie Farbe usw., die Testperson sich merken mußte. Entscheidend war die Anzahl der vollständigen Objekte.
Jeder, der je versucht hat, direkt vor einer Prüfung noch Wissen in seinen Kopf hineinzupauken, weiß, daß das Kurzzeitgedächtnis einige Fakten einfach nicht mehr aufnimmt. Tatsächlich scheint die Grenze bei sieben Wörtern oder Zahlen zu liegen – nicht mehr als zum Beispiel eine Telephonnummer. Aber wie sieht es mit Bildern aus? In einem Bericht aus Nature (20. November 1997) stellen Psychologen dar, daß die meisten Menschen nur in der Lage sind, Details von vier verschiedenen Objekten im Gedächtnis zu behalten.

Steven Luck und Edward Vogel von der University of Iowa nutzten einen simplen Test, um die Kapazität des visuellen Kurzzeitgedächtnis zu überprüfen: Für eine zehntel Sekunde ließen sie auf einem Bildschirm einige unifarbene Quadrat aufleuchten. Nach einer Sekunde Dunkelheit zeigten sie die Quadrate noch einmal für zwei Sekunden. Aber beim zweiten Mal war manchmal eine der Farben ausgetauscht worden. Zehn Studenten mußten feststellen, ob ein Wechsel stattgefunden hatte. Bei drei oder weniger Quadraten stellte dies kein Problem für sie dar, doch ab vier Quadraten begann die Erfolgsquote zu sinken.

Dann wurde die Aufgabe schwerer gestaltet. Verschiedene Eigenschaften, wie Farbe, Orientierung, Größe oder das Vorhandensein von Lücken wurde abgefragt. Wiederum traten verstärkt Fehler auf, sobald sich mehr als vier Objekte auf dem Schirm befanden.

„Die Probanden waren in der Lage, sich an bis zu 16 Eigenschaften zu erinnern”, sagt Luck. „Aber nur solange es sich um nicht mehr als vier Objekte handelte.” Seiner Meinung nach zeigen diese Ergebnisse, daß das Kurzzeitgedächtnis eher ganze Objekte speichert – wie das vollständige Quadrat – als eine Zusammenstellung von einzelnen Eigenschaften. Dies wäre vergleichbar mit der Erinnerung an eine Liste von Worten, statt an die Aufreihung von Buchstaben.

Die Forscher hoffen, daß diese Erkenntnisse zum Beispiel beim Entwurf von Armaturenbrettern oder Straßenbeschilderungen praktischen Einsatz finden.

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