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News: Die gesunde Seite des Cannabis

Es gibt durchaus therapeutische Einsatzmöglichkeiten für Cannabis. Dies stellt noch einmal eine Studie der British Medical Association (BMA) heraus. Dieser Bericht unterstützt die Politik der BMA auf eine Änderung der gegenwärtigen Gesetzgebung in bezug auf Drogen zu drängen. Nach ihrer Meinung sollte die Forschung in diesen Gebieten vorangetrieben und die therapeutische Nutzung bestimmter Cannabis-basierter Medikamente erlaubt werden.
Im Zusammenhang mit einer kürzlichen Studie über Drogenmißbrauch war das BMA Board of Science and Education dazu aufgefordert worden, zu untersuchen, wie sich die Legalisierung von bestimmten Substanzen auswirken würde. Der Vorsitzende der Vereinigung, Professor Jack Howell, erklärte, daß „eine sehr wichtige Frage auftrat, betreffend den therapeutischen Einsatz von Cannabis-Bestandteilen.”

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist der Einsatz von Cannabis als Rauschmittel und für medizinische Zwecke in den meisten europäischen Ländern und in den USA illegal. Es gibt aber viele Hinweise auf positive Effekte wie Schmerzlinderung, die Reduktion von Muskelspasmen bei Multipler Sklerose und Fällen von Rückenmarksverletzungen, die Unterdrückung von Brechreiz bei Krebsbehandlungen und Migräneanfällen oder auch eine appetitanregende Wirkung bei Magersucht und AIDS-Patienten.

Hester Ashton, emeritierte Professorin für Klinische Psychopharmakologie und Hauptautorin der Studie, wies auf die Tatsache hin, daß chronisch kranke Personen zum illegalen Gebrauch von Cannabis übergehen.

„Wir befürworten es nicht, Cannabis zu rauchen oder die ganze Pflanze zu sich zu nehmen. Dies ist genauso gefährlich wie Zigarettenrauch„, erklärte sie. „Es gibt Hinweise darauf, das Ablagerungen von Stoffen im Rachen und an der Zunge auftreten, die zu Krebs des Oropharynx führen.”. Ashton behauptet auch, daß „langwährende Effekte auf die Konzentrationsfähigkeit und die Fahrtüchtigkeit auftreten können.” Aber in jedem Fall verdienen die medizinischen Vorteile weitere Untersuchungen.

Cannabis enthält über 400 chemische Komponenten, viele davon identisch mit denen des Tabaks. Aber mehr als 60 Chemikalien sind einmalig für die Planzengattung Cannabis – die sogenannten Cannabinoide. Das BMA möchte die individuellen Effekte dieser 60 Komponenten untersuchen. Nur vier Cannabinoide können von Ärzten verschrieben werden. Dazu gehören Nabilone und Dronabinol, die zur Bekämpfung von Übelkeit und Erbrechen aufgrund von Krebstherapien eingesetzt werden. Die anderen beiden sind bisher nicht behördlich zugelassen. Dies bringt die Ärzte in eine Position, in der sie eine besonders große Verantwortung tragen und Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sind, falls „etwas schiefgeht”.

„Wir müssen herausfinden, ob Einzelbestandteile als reine Substanzen und in bestimmter Dosierung verschrieben werden könnten” sagte Ashton. „Wir benötigen sorgfältige Versuchsreihen.” Sie erklärte die Notwendigkeit herauszufinden, welcher der 60 Bestandteile positive Gesundheitseffekte hervorbringt, um gefährliche Nebenwirkungen zu vermeiden. So kann die die Behandlung zuverlässiger und zielgerichteter erfolgen.

Viele Wirkungen werden durch das Zusammenspiel von Komponenten hervorgerufen werden – also wird es ein lange und schwierige Arbeit sein. Aber momentan erlaubt das Gesetz nicht einmal den Gebrauch von Cannabis oder Cannabinoiden zu Forschungszwecken. Vivienne Nathanson, Leiterin der Abteilung Health Policy des BMA, erläutert noch einmal die Position ihrer Organisation, daß „der Bedarf da ist für klinische Langzeitexperimente.”

„Medizinische Forschung muß durch das Gesetz ermöglicht werden”, fordert sie. „Dieser Bericht gibt das wissenschaftliche Fundament für den Versuch, das Recht zu ändern.”

Das BMA wird den Bericht der Regierung Großbritanniens zukommen lassen, in der Hoffnung, eine Lockerung der gesetzlichen Regeln zu erreichen. Ziel ist es, die Bestandteile des Cannabis zu Forschungszwecken nutzen zu können.

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