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Domestikation: Haushühner hatten mehrere Vorfahren

Unsere Vorfahren züchteten Haushühner wohl aus mehr als einer Wildrasse. Die gelben Füße mancher Haushuhnrasse stammen nach neuen genetischen Analysen nicht vom Bankivahuhn (Gallus gallus), sondern vermutlich vom Sonnerathuhn (Gallus sonneratii). Damit bestätigen die Wissenschaftler definitv, dass das südasiatische Bankivahuhn nicht der einzige wilde Ahn unserer Hühner ist.

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Bankivahuhn | Das Bankivahuhn kommt in Südasien vor und ist ein Vorfahre unseres Haushuhns.
Forscher um Leif Andersson von der Universität Uppsala in Schweden entdeckten über genetische Untersuchungen, warum sich die Beinfarben von Hühnerrassen unterscheiden. Eine Mutation verhindert, dass bei den gelbfüßigen Hühnern ein Enzym hergestellt wird, welches den Farbstoff Beta-Karotin weiterverarbeitet. Sie wirkt allerdings gewebespezifisch: In der Leber wird Beta-Karotin verarbeitet, in den Hautzellen nicht, weshalb diese Vögel gelbe Füße ausbilden. Um den Ursprung der Mutation zu finden, verglichen die Forscher die entsprechenden Gensequenzen unterschiedlicher Haushuhnrassen mit denen vom Bankivahuhn und weiteren Wildrassen. Die entsprechende Basenabfolge der gelbfüßigen Haushühner ähnelte denen der Sonnerathühner und Ceylonhühner stärker. Graufüßige Haushühner stimmten wieder stärker mit den Gensequenzen der Bankivahühner überein.

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Haushuhn mit gelben Füßen | Beim Islandhuhn erlaubt die genetische Mutation die Ablagerung des Farbstoffs Beta-Carotin in der Haut.
Bisherige Studien bewiesen, dass vor Tausenden von Jahren Menschen in Asien aus dem Bankivahuhn die ersten Haushuhnrassen domestizierten. Nach Ansicht von Eriksson und Kollegen muss sich dieses erste Geflügel dann relativ früh mit dem Sonnerathuhn gepaart haben, was zu den gelben Füße führte. Frühe Bauern könnten die gelbe Fußfarbe mit Gesundheit und Produktivität verbunden oder sie einfach schön gefunden haben, sodass sie diese bevorzugt weiter züchteten. Dabei vererben sich die gelben Beine rezessiv: Sie treten also nur auf, wenn beide Elternteile das Merkmal an ihren Nachwuchs weitergeben. (mcw)
04.03.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 04.03.2008

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