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Himmelsbeobachtung: Large Binocular Telescope macht erstes Bild

NGC891 | Erstes wissenschaftliches Fotomodell für das Large Binocular Telescope: die 24 Millionen Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie NGC891 im Sternbild Andromeda. Bislang hat das Teleskop allerdings nur eins seiner beiden Augen riskiert.
Mit zunächst nur einem seiner beiden Spiegel hat das Large Binocular Telescope (LBT) eine entscheidende Bewährungsprobe bestanden: Gestochen scharf lichtete es am 12. Oktober die 24 Millionen Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie NGC891 im Sternbild Andromeda ab.

Simulation des Auflösungsvermögens | Eine Simulation verdeutlicht, was das LBT einst leisten soll: Wo Hubble bislang nur ein paar grobe Pixel auflöst (oben rechts), soll eins der beiden Feldstecheraugen schon erheblich mehr Klarheit schaffen (unten links). Und: Mit zweien sieht man natürlich noch besser (unten rechts).
Das LBT auf dem 3190 Meter hohen Mount Graham in Arizona gilt als modernstes und größtes Einzelteleskop der Welt. Es verfügt über zwei 8,4 Meter-Spiegel, die in einem Abstand von 14,4 Metern auf einer gemeinsamen Montierung befestigt sind. Auf diese Weise blicken die Spiegel einem Riesenfeldstecher gleich ins Universum. Die Oberfläche der Spiegel ist so genau poliert, dass sie – vergrößert auf die Fläche des Bodensees – nur ein Fünftel Millimeter hohe "Wellen" aufweisen würden. Durch die Vereinigung der beiden Strahlengänge der Einzelspiegel und mit Hilfe modernster adaptiver Optik soll das LBT eine Auflösung erreichen, die der eines 22,8-Meter-Spiegels entspricht.

Large Binocular Telescope | Von dem 3190 Meter hohen Mount Graham in Arizona späht das LBT ins All. Indianergruppen und Umweltschützer bemängeln, dass das Teleskop in einem heiligen Gebiet mit einem besonderen Ökosystem gebaut wurde.
An dem Projekt sind fünf deutsche Institute zu 25 Prozent beteiligt. Ein weiteres Viertel hält das italienische Konsortium Inaf, dem 13 Observatorien angehören. Die verbleibenden 50 Prozent entfallen auf amerikanische Forschungseinrichtungen, darunter federführend die Universität von Arizona. Das Projekt war von Umweltschutzorganisationen und Indianergruppen verurteilt worden, weil das Observatorium auf einem heiligen Berg der Indianer und zudem in einem besonderen Ökosystem errichtet worden sei.

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