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Paläontologie: Lebendgeburten bereits im Devon

<i>Materpiscis attenboroughi </i>
Den bislang frühesten Nachweis für eine Lebendgeburt haben Forscher in der Gogo-Formation in Westaustralien entdeckt. Das 380 Millionen Jahre alte Fossil eines Panzerfisches, das die Wissenschaftler um John Long vom Museum Victoria in Melbourne Materpiscis attenboroughi tauften, datiert damit die Ursprünge der Lebendgeburten um 200 Millionen Jahre zurück.

Fossil eines Panzerfisches | Das 380 Millionen Jahre alte Fossil (Materpiscis attenboroughi ) datiert damit die Ursprünge der ersten Lebendgeburten um 200 Millionen Jahre zurück.
Die Versteinerung zeigt den Embryo in der Gebärmutter und eine Nabelschnur, die ihn mit dem Muttertier verbindet. Dies sei das erste Fossil, bei dem eine Nabelschnur sichtbar ist, berichtet Long. Direkt daneben vermuten die Forscher den Dottersack, der sich allerdings nur noch durch eine amorphe Form andeutet.

Panzerfisch-Embryo | In grün sind die Knochen des Embryos in der Gebärmutter angedeutet, in rot die Nabelschnur und in gelb der Dottersack.
Der Fund bestätigt, dass bereits die Panzerfische im Devon eine innere Befruchtung nutzten, ähnlich jener der heute lebenden Haie und Rochen. Diese fortgeschrittene Reproduktionsform ist im Vergleich zu der bei den Fischen vorkommenden äußeren Befruchtung viel zielgenauer und somit auch effektiver. (kgi)

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  • Quellen
Long, J. A. et al.: Live birth in the Devonian period. In: Nature 453, S.650–653, 2008.

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