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News: Manche mögen´s kalt

Anläßlich der heute eröffneten 'Bremer Wochen der Meeresforschung ' präsentierten Geologen und Biologen der Universität Bremen die Entdeckung einer Korallenbank nahe der norwegischen Hafenstadt Bergen. Der Fund verspricht Einblicke in die Meeresentwicklung der letzten 8000 Jahre.
"Das Riff ist mehr als 900 Meter lang, zwischen 200 und 600 Metern breit und erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern", berichtet Geologe Andre Freiwald von der Universität Bremen. Zufällig waren er und seine Kollegen während eines Kartierungsprojektes auf die Korallen in rund 300 Metern Wassertiefe gestoßen – ein Objekt, das Forscher nicht an dieser Stelle erwartet hätten.

"Korallenriffe gedeihen üblicherweise im nährstoffarmen Wasser der tropischen Karibik", so Freiwald. Um selbst überleben zu können, bieten sie Algen Quartier – diese produzieren über Photosynthese Zucker, den sie wiederum an die Korallen abgeben. Im Gegenzug erhalten die Algen Kohlendioxid aus dem Stoffwechsel der Korallen. Wie überleben die norwegischen Riffkorallen? "Die Strömung spült den Korallen besonders planktonreiches Wasser zu", schildert Freiwald. Damit könnten die Korallen auf die Nährstoffversorgung durch Algen verzichten.

Die norwegischen Korallen stammen vermutlich von bestimmten tropischen Arten ab, die in einer Tiefe von bis zu 1000 Metern siedeln. Über den Golfstrom gelangten Larven aus der Karibik in den kalten dunklen Norden und faßten dort nach der letzten Eiszeit Fuß. Seit etwa 8000 Jahren wachsen die Korallen kontinuierlich um wenige Zentimeter pro Jahr. Aus Analysen ihres Kalkgerüstes können die Bremer Forscher Rückschlüsse auf Temperatur und Salzgehalt des Meeres in den vergangenen Jahrtausenden ziehen.

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