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News: Merkur-Vorbeiflug ein voller Erfolg

Die dichte Passage der Raumsonde an Merkur war ein voller Erfolg, wie die am Projekt beteiligten Wissenschaftler zufrieden feststellten. 1213 Bilder und große Mengen an Messdaten werden derzeit zur Erde übertragen, deren Sichtung nun gerade erst beginnt. Hier ist das erste Bild der bisher unbekannten Hemisphäre des Merkur zu sehen.
Merkurs unbekannte Seite
Die dichteste Annäherung an Merkur in einem Abstand von nur 200 Kilometern zur Oberfläche erfolgte nach Plan um 20:04 Uhr MEZ über der Nachtseite. Nur eine Viertelstunde später begann die Sonde damit, die bisher unbekannte Hemisphäre des sonnennächsten Planeten im Detail zu studieren.

Das nebenstehende Bild bietet einen ersten Vorgeschmack auf die noch kommenden Aufnahmen. Es wurde mit der Weitwinkelkamera aus einem Abstand von 27 000 Kilometern aufgenommen und entstand etwa 80 Minuten nach der dichtesten Annäherung. Die Auflösung beträgt rund zehn Kilometer pro Bildpunkt.

Sehr schön zeigt sich die kraterreiche Oberfläche des Merkur, die stark an die Rückseite unseres Mondes erinnert. Tatsächlich dürfte die Merkuroberfläche auch ebenso alt sein, nämlich rund vier Milliarden Jahre. Damit stammt sie aus der Frühzeit des Sonnensystems nach dem so genannten späten schweren Bombardement. Dabei kam es zum "Großreinemachen" des Planetensystems, als zahlreiche bei der Planetenbildung übrig gebliebene kleinere Objekte in großer Zahl auf den Oberflächen der inneren Planeten Mars, Erde/Mond, Venus und Merkur einschlugen. Sie rissen die meisten der heute sichtbaren Krater auf.

Bei Erde und Venus verwischte aber deren anhaltende geologische Aktivität die Spuren der Urzeit vollständig, auf dem weniger aktiven Mars blieben sie in großen Teilen noch erhalten. Bei Mond und Merkur handelt es sich um so genannte Museumswelten, hier erlosch die geologische Aktivität schon kurz nach ihrer Entstehung, sodass sie uns ihre sehr urtümlichen Gesichter zeigen.

Vergleicht man den Mond mit Merkur, so fällt auf, dass es auf Letzterem keine dunklen Marebecken gibt, die unserem Erdtrabanten auf der Vorderseite sein charakteristisches Aussehen geben. Merkur besitzt nur ein wirklich großes Einschlagbecken, nämlich Caloris. Es erstreckt sich über mehr als 1200 Kilometer und ist auf diesem Bild als hellerer rundlicher Fleck im rechten oberen Bereich der Merkurscheibe sichtbar. Bisher kannten wir von ihm nur etwa die Hälfte. Leider sind bei dieser Aufnahme die Beleuchtungsverhältnisse recht ungünstig, sodass wir seine ausgeprägte Topographie kaum erkennen können.

Die anderen hellen Flecken sind "Strahlenkrater", geologisch recht junge Einschlagkrater, die uns auch vom Mond wohl vertraut sind. Bekannte Beispiele dort sind die Krater Tycho oder Kopernikus. Sie sind nur wenige hundert Millionen Jahre alt, sodass die bei ihrer Entstehung ausgeworfenen Massen noch deutlich in ihrer Umgebung zu erkennen sind.

TA

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