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News: Ritt auf dem Laserstrahl

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt einen neuen Antrieb für Kleinstsatelliten. Statt mit Brennstofftank und Motor ins All zu fliegen, reiten die Minigeräte auf dem Strahl eines am Boden positionierten Lasers in den Himmel. Ein Modell des 'Laser-Lightcrafts' demonstrierten DLR-Ingenieure auf der Hauptversammlung der Großforschungseinrichtung in Stuttgart.
"Die Laserenergie heizt in der Antriebsdüse ein Gas auf, zum Beispiel die Umgebungsluft. Dieses tritt nach hinten aus und treibt den Flugkörper voran", erläutert Wolfgang Schall vom DLR-Institut für technische Physik das Prinzip. 25mal in der Sekunde wiederholt sich dieser Vorgang und treibt das Minigeschoß nach oben. Die Antriebsdüse ist eine parabolförmige Blechschüssel. Sie sammelt die Strahlen des Lasers, deren gebündelte Energie dann die Luft explosionsartig erhitzt. Die wiederum wird von der Parabolschüssel zu einem nach hinten gerichteten Strahl ausgerichtet.

Möglich wird der Antrieb durch moderne Laser, die häufig genug energiereiche Pulse abgeben können. Bleibt nur das Problem, daß der Laser stets die Parabolschüssel genau treffen muß. "Man braucht da einen Spiegel, der den Laser dem Fahrzeug nachführen kann. Und das Fahrzeug selbst wird sicherlich mit einem Sender ausgestattet sein, der ständig seine Position weitergibt", so Schall. Da der Treibstoff sozusagen aus der Umgebung genommen und die Energie vom Erdboden zugeführt wird, ergeben sich bei dem "Laser-Lightcraft" erhebliche Gewichtseinsparungen.

Noch ist das Antriebskonzept allerdings nicht aus den Kinderschuhen herausgekommen. Doch in ein paar Jahren sollen mit 100 bis 1000 Kilowatt starken Lasern bis zu zehn Kilo schwere Satelliten ins All geschossen werden – im Zweistundentakt.

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