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News: Schlankestes Genom neu charakterisiert

Wissenschaftler vom Craig-Venter-Institut haben am Beispiel des Bakteriums Mycoplasma genitalium analysiert, wie viele Gene ein Organismus mindestens aufweisen sollte, um eigenständig existieren zu können. Die Forscher schalteten zu diesem Zweck mit Hilfe einer Transposon-Mutagenese bis zu 100 der insgesamt 482 Gene des Keims ab, ohne dass M. genitalum abstarb. Demnach seien für den Keim 382 Gene essenziell.

Zuvor hatten andere Gruppen mit ähnlicher Methode aber schon Bakterien mit noch geringerer Zahl notwendiger Gene beschrieben. Solche Experimente seien aber nach Ansicht von Venter und seine Kollegen nur dann aussagekräftig, wenn sie an Organismen durchgeführt würden, die ohnehin sehr wenige Gene aufweisen. Zudem müsste sichergestellt sein, dass bei der Transposon-Mutagenese, bei der ein DNA-Abschnitt in ein Gen hineinkopiert wird, um es zu unterbrechen, Gene auch tatsächlich sicher abgeschaltet werden. Gerade dies sei bei früheren Untersuchungen nicht immer sichergestellt gewesen.

Unter den lebensnotwendigen Genen von M. genitalium, der beim Menschen Gonorrhöe-ähnliche Symptome hervorruft, finden sich unter anderem die Erbgutinformationen zur DNA-Vervielfältigung und dem Bau der RNAs, für Rekombinationsenzyme sowie dem Zellskelett. Das Genom des Keims enthält nur rund 0,58 Millionen Nukleotidpaare und ist – mit und ohne vermeintlich überflüssigen Genballast – etwa 5000-mal kleiner als das des Menschen.
04.01.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 04.01.2006

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