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Meeresbiologie: Schwammriff vor amerikanischer Westküste entdeckt

Glasschwamm
Amerikanische Meeresbiologen haben vor der Pazifikküste des US-Staates Washington ein ausgedehntes Riff von Glasschwämmen entdeckt. Derartige riffbildende Schwämme galten noch bis vor wenigen Jahren als ausgestorben.

Glasschwamm | Vor der amerikanischen Pazifikküste haben Meeresbiologen ein Riff aus Glasschwämmen entdeckt. Derartige riffbildende Schwämme galten lange als ausgestorben.
Die Klasse der Glasschwämme oder Hexactinellida, die ihren Namen den sternförmigen Skelettnadeln aus Kieselsäure verdanken, gibt es seit dem Kambrium. Riffbildende Arten erlebten ihren Höhepunkt vor etwa 150 Millionen Jahren im Jura; die meisten von ihnen starben vor 100 Millionen Jahren in der Kreidezeit aus, da sie der Konkurrenz durch Kieselalgen – die ebenfalls das Element Silizium aus dem Meerwasser benötigen – nicht mehr gewachsen waren.

Das 50 Kilometer vor Grays Harbor entdeckte Riff, das Wissenschaftler um Paul Johnson von der Universität von Washington in 200 Metern Tiefe aufspürten, ist erst das zweite seiner Art. Ein deutlich größeres liegt weiter nördlich in den Straßen von Georgia und Hecata vor der kanadischen Pazifikküste.

Riff vor Pazifikküste | Das neu entdeckte Glasschwammriff liegt 50 Kilometer vor der Küste des US-Staates Washington in 200 Metern Wassertiefe.
Wie weitere Untersuchungen ergaben, basiert das Ökosystem des neu entdeckten Riffs vor allem auf Methangas, das hier in unmittelbarer Nähe ausströmt und von Bakterien oxidiert wird. Dagegen hatten die Forscher am kanadischen Glasschwammriff kein Methan nachgewiesen.

Ungewöhnlich ist auch nach Ansicht von Johnson, dass das Riff in der offenen See liegt, statt im geschützten Küstenbereich. Dies lasse darauf schließen, dass auch in anderen Regionen des Nordpazifiks derartige Glasschwammriffe existieren. (aj)

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