Direkt zum Inhalt

Nichtmetalle: Tellur

Symbol: Te
Kategorie: Nichtmetalle
Ordnungszahl: 52
Relative Atommasse: 127,6
Schmelzpunkt: 722,7 K
Siedepunkt: 1263 K
Dichte: 6,25 g cm-3
Elektronegativität: 2,0
Ionisierungsenergie: 9,009 eV
Konfiguration: [Kr] 4d10 5s² 5p4
Oxidationszahlen: 6, 4, 2, -2
Atomradius: 143,2 pm
Ionenradius: 97 pm (+4); 56 pm (+6)

Das Halbmetall Tellur findet man gelegentlich als natürlich vorkommendes Element in Form spröder, metallisch glänzender Kristalle. Chemisch und physikalisch ähnelt es Schwefel und Selen, ist aber in der Erdkruste viel seltener als sogar das relativ rare Selen – es ist so rar wie Platin oder Gold. Anders als die Edelmetalle verschwand es aber nicht im Erdkern, sondern bildete leicht flüchtige Verbindungen mit Wasserstoff, die von der heißen frühen Erde in den Weltraum entschwanden. Im Universum insgesamt ist Tellur weit häufiger als auf der Erde. Das Element entsteht in roten Riesensternen und bei der Kollision von Neutronensternen. Trotz seiner Seltenheit bildet Tellur eine Reihe auffälliger und geschätzter Minerale, so zum Beispiel das Tellurit, das gelbe, sehr geometische Kristalle bilden kann.

Tellur hat unter den Elementen die höchste Affinität zu Gold und kommt in der Natur als Goldtellurid vor; bei einem Goldrausch in Australien Ende des 19. Jahrhunderts fanden die Bergleute große Mengen des Goldtellurids Calaverit, hielten es für wertloses Gestein und pflasterten die Straßen damit. Es dauerte etwa drei Jahre, dann fiel der Fehler auf. Solche Minerale sind aber nicht besonders weit verbreitet: Die wichtigste Quelle des Elements ist heute der Anodenschlamm der Kupferraffination. Wegen der stark wachsenden Nachfrage und aufwändigen Gewinnung gilt es als kritisches Material, auch wenn die Reserven beim gegenwärtigen Verbrauch noch mehrere Jahrzehnte ausreichen.

Für Tellur gibt es nur wenige Anwendungen, weil das Element in den allermeisten Fällen teurer ist als gleichwertige Ersatzstoffe. In der Metallurgie nutzt man es als Legierungselement in Stählen, Kupfer und Bleilegierungen. Solarzellen auf der Basis von Cadmiumtellurid sind ungewöhnlich effizient. Die Datenschicht wiederbeschreibbarer Compact Disks enthält Telluroxid; daneben gibt es kleinere Anwendungen in der chemischen Industrie als Katalysator, als Quelle radioaktiven Jods in der Medizin und als Zusatz in Spezialgläsern. Berechnungen deuten darauf hin, dass Tellur auch zweidimensionale Materialien vergleichbar mit Graphen bildet.

© Spektrum.de

Partnervideos