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Comic-Helden der Mathematik

In den letzten Jahren erfuhren Mangas zumindest in der jüngeren Schülergeneration eine zunehmende Beliebtheit – jene japanischen Comics mit den großäugigen Helden. Nun nutzte Shin Takahashi diese Popularität, um der besonders daran interessierten Klientel die Mathematik näher zu bringen. Über Comics Mathematik lernen!? Geht das überhaupt?

Ja, das geht durchaus, wie ich im Selbstversuch erleben konnte: Zuvor hatte ich noch nicht allzu viel über Statistik gelesen, und man hört ja auch immer wieder, dass Statistik trocken sei und keinen Spaß mache. Doch Shin Takahashi, ein japanischer Mangaautor, beweist mit seiner "Mathe-Manga Statistik" das Gegenteil.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Die Schülerin Rui möchte eigentlich nur einen Arbeitskollegen ihres Vaters beeindrucken und nimmt daher Nachhilfe in Statistik. Doch schnell bemerkt sie, wie interessant Statistik sein kann, wenn man beispielsweise Statistiken über Nudelsuppen erstellt, oder versteht, wie Umfragen zu Stande kommen, obwohl man doch gar nicht die gesamte Bevölkerung befragen kann. Das Ganze wird dabei noch in eine Liebesgeschichte verpackt.

Optisch ist das Manga ansprechend. Der Zeichner Shin Takahashi zeichnet sich vor allem durch seinen realistischen Stil und die grundlegende Verwendung von Computergrafiken aus, die kaum mehr von Handzeichnungen zu unterscheiden sind. Die Verständlichkeit und das anschauliche Erklären sind ein großer Pluspunkt des Mangas: Viele Beispiele aus dem Alltag hauchen der Statistik Leben ein. Übungsaufgaben und Zusammenfassungen am Ende des jeweiligen Kapitels runden den Gesamteindruck ab. Schade ist nur, dass in ein paar Zeichnungen noch japanische Symbole auftauchen, die nicht mit ins Deutsche übersetzt wurden.

Das Mathebuch soll sich laut Zielgruppenhinweis auch an Studienanfänger der Mathematik richten. Dafür geht der Inhalt allerdings viel zu wenig in die Tiefe. Themen sind Standardabweichung, Mittelwerte, Standardwert, Dichtefunktion, Normalverteilung, Korrelationsverhältnis oder Hypothesentests – was eigentlich schon in der Schule gelernt wurde. Diese Zielgruppe ist eigentlich die relevante, da auch keine besonderen Vorkenntnisse nötig sind. Studenten dürften dagegen wenig Neues lernen.

Die "Mathe-Mange" ersetzt also sicherlich kein Lehrbuch. Als gelungene Abwechslung zu anderen Fachbüchern ist es aber durchaus zu empfehlen.

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