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Warum besitzen Insekten kein rotes Blut?

Das tun sie! Es gibt durchaus Insektenarten, die den gleichen roten Blutfarbstoff wie Menschen besitzen - wenngleich ausnahmsweise.
Erythrozyten | Rote Blutkörperchen oder Erythrozyten, hier eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme, sind die Sauerstoff transportierenden Zellen der Wirbeltiere. Sie enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin.
Hämoglobin | Die Häm-Gruppe des roten Blutfarbstoffs bindet über das zentrale Eisenatom (Fe) molekularen Sauerstoff (O2).

In der Tat verzichten fast alle Insektenarten auf rotes Blut. Sie brauchen das auch gar nicht, da sie sich über ein weit verzweigtes Luftröhrensystem mit frischem Sauerstoff versorgen. Dieses Tracheensystem erreicht nahezu jede Zelle, Sauerstoff transportierende rote Blutkörperchen sind daher nicht nötig.

Insekten haben im strengen Sinn auch gar kein Blut, denn ihr Kreislaufsystem ist, im Gegensatz zu dem der Wirbeltiere, offen; die farblose Blutflüssigkeit, auch Hämolymphe genannt, zirkuliert frei im ganzen Körper und transportiert so Nährstoffe durch den Körper.

Die Larven der Zuckmücke Chironomus kommen jedoch ohne Sauerstoff transportierende Moleküle nicht aus. Sie leben in sauerstoffarmen Gewässern und besitzen den gleichen Blutfarbstoff wie Wirbeltiere: Hämoglobin. Die Zuckmückenlarven haben allerdings keine Blutkörperchen, das Hämoglobin schwimmt frei in der Hämolymphe.

Das rote Hämoglobin – die Farbe ist Folge des zentralen Eisenatoms – ist im Tierreich am weitesten verbreitet. Neben Wirbeltieren kommt es auch bei vielen Schnecken, Muscheln und beim Regenwurm vor. Es gibt jedoch noch drei andere Blutfarbstoffe: Hämerythrin, der Blutfarbstoff mancher Ringelwürmer, ist ebenfalls eisenhaltig und daher rot. Viele Krebse und Schnecken, wie die Weinbergschnecke, transportieren Sauerstoff über das kupferhaltige, blaue Hämocyanin. Das grün gefärbte Chlorocruorin einiger weniger Familien der Ringelwürmer ähnelt in seiner Molekülstruktur dem Hämoglobin.

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