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Wie kommt das Wasser in die Kokosnuss?

Im Sommer träumt manch einer von einsamen Inseln, wo im Schatten der Palmen frische Kokosnüsse locken – mit leckerem Kokosfleisch und erfrischendem Kokoswasser. Aber Moment: Ist diese Wasseransammlung nicht reichlich ungewöhnlich in der Botanik?

Kokoswasser sollte man nicht mit Kokosmilch aus Dosen verwechseln, die zum Kochen verwendet wird. Diese milchige Flüssigkeit besteht aus fein gemahlenem, in Wasser gelöstem Kokosfleisch. Das natürliche Kokoswasser hingegen ist eine klare Flüssigkeit und einzigartig in der Natur.

Die ebenfalls schmackhaften Papayas oder Mangos speichern zwar auch viel Wasser, das geschieht aber in ihren Zellen und nicht in einem freien viertel Liter in einer harten Schale. Doch das hat seine botanischen Gründe. Das Kokoswasser selbst enthält wichtige Nährstoffe: anorganische Ionen wie beispielsweise Kalzium, Aminosäuren, Vitamin C, Pflanzenhormone, Zucker oder Zuckeralkohole, die der Keimling benötigt, der in der Kokosnuss sitzt. Biologen betrachten Kokoswasser und Kokosfleisch zusammen – wie Papaya- und Mangofruchtmasse auch – als so genanntes Endosperm, den Nährstoffspeicher für den Pflanzensamen. Es soll dem Keimling garantieren, dass er bis zur Ausbildung von grünen Blättern mit Nährstoffen versorgt ist.

Dieser gut verschlossene Vorrat funktioniert so ausgezeichnet, dass sich die Kokosnuss weit verbreitet hat. Dank ihm können die Früchte mehr als 4000 Kilometer von Ozeanströmungen getragen werden und bleiben dabei keimfähig. Die gute Abdichtung der Schalen erkennt man auch an den sterilen Eigenschaften von Kokoswasser: Es kann sogar als Rehydratisierungslösung bei Durchfallerkrankungen dienen. Zwar liegt die Nährstoffzusammensetzung laut US National Institutes of Health nicht innerhalb des empfohlenen Bereichs und ist daher offiziell ungeeignet, allerdings bleibt es in den Tropen oft die einzige greifbare Option.

Nebenbei bemerkt gehört die Kokosnuss streng wissenschaftlich betrachtet wegen ihres Fruchtaufbaus gar nicht zu den Nüssen, den trockenhäutigen Schließfrüchten, sondern zählt zu den Steinfrüchten – wie beispielsweise die Kirsche.

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