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Positive Psychologie: Sei dankbar!

Wer das Glück, das einem im Leben widerfährt, zu schätzen weiß, ist zufriedener und leidet seltener unter verschiedenen psychischen Problemen. Gesundheitswissenschaftler entdecken heute das besondere Potenzial dieses Gefühls, denn eine dankbare Haltung lässt sich vergleichsweise einfach lernen.

Heute blieb die große Naturkatastrophe aus, kein Freund ist gestorben, und es hat nicht einmal geregnet. So hätte ein Stoiker der Antike seinen Tag vielleicht zusammengefasst. Die Vertreter dieser griechisch-römischen Denkschule um Epiktet (um 50–135 n. Chr.) und Seneca (4 v. Chr.–65 n. Chr.) haben vor fast 2000 Jahren ein raffiniertes Rezept für das Lebensglück entwickelt: Gehe in jedem Fall vom Schlimmsten aus! Tritt es ein, bist du weniger enttäuscht als der Optimist, kommt es anders, bist du erleichtert und froh. Das ist eine von vielen Möglichkeiten, sich im ganz normalen Alltag das Wun- der des Daseins bewusst zu machen. Zwischen Bürostress, Steuererklärung und Berufsverkehr verlieren wir das nämlich schnell mal aus den Augen. Dabei hätten die meisten selbst an einem miesen Tag viel, wofür sie dankbar sein könnten.

Es gibt mehr und mehr Hinweise, wonach Menschen, die ihren Sinn für diese Dinge schulen, zufriedener sind, erfülltere Beziehungen führen, seltener an Depressionen, Sucht oder Burnout leiden und besser mit Schicksalsschlägen umgehen können ...

11/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 11/2020

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  • Literaturtipp und Quellen

Literaturtipp

Freund, H., Lehr, D.: Dankbarkeit in der Psychotherapie – Ressource und Herausforderung. Hogrefe, 2020. Die Autoren fassen die aktuelle Forschung zur Dankbarkeit zusammen und liefern konkrete Übungen, um die Fähigkeit zu fördern.

Quellen

Dickens, L. R.: Using gratitude to promote positive change: A series of meta-analyses investigating the e ectiveness of gratitude interventions. Basic and Applied Social Psychology 39, 2017

Emmons, R. A., McCullough, M. E.: Counting blessings versus burdens: Experimental studies of gratitude and subjective well-being. Journal of Personality and Social Psychology 84, 2003

Geraghty, A. W. et al: Attrition from self-directed interventions: Investigating the relationship between psychological predictors, intervention content and dropout from a body dissatisfaction intervention. Social Science & Medicine 71, 2010

Jans-Beken, L. et al.: Gratitude and health: An updated review. e Journal of Positive Psychology, 2019 Mills, P. J. et al.: e role of gratitude in spiritual well-being in asymptomatic heart failure patients. Spirituality in Clinical Practice 2, 2015