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Ernährung: Kognitive Einbußen durch zu viel Salz

Ein hoher Salzkonsum führt bei Mäusen zu kognitiven Defiziten, berichten Neurowissenschaftler um Costantino Iadecola vom Weill Cornell Medical College in New York. Im Rahmen eines Experiments setzte das Team dem Futter von Mäusen über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig rund vier bis acht Prozent Kochsalz zu. Das entspricht etwa der 8- bis 16-fachen Salzmenge, die die Nager normalerweise zu sich nehmen – ein Wert, den auch menschliche Salzfans durchaus erreichen können, wie die Forscher schreiben.

Bereits vier Wochen nach Beginn der salzhaltigen Ernährung beobachteten Iadecola und seine Kollegen, dass das Gehirn der betroffenen Tiere weniger mit Blut versorgt wurde. Weitere acht Wochen später konnten die Nager schlechter als zuvor ihnen bekannte von unbekannten Gegenständen unterscheiden, zudem litt ihr Orientierungssinn. Mäuse, die Futter ohne künstlich erhöhten Salzgehalt erhalten hatten, zeigten dagegen keine Auffälligkeiten.

Die Wissenschaftler entdeckten außerdem Hinweise darauf, dass besonders salzhaltige Kost die Anzahl spezieller T-Helferzellen im Dünndarm erhöht. Diese Immunzellen schütten den entzündungsfördernden Signalstoff Interleukin-17 aus, der sich daraufhin im Blutplasma anreichert und die Funktion der Endothelzellen stört, welche die Innenseite der Blutgefäße auskleiden und beispielsweise bei der Regulation des Blutdrucks eine wichtige Rolle spielen.

Beim Menschen, so spekulieren die Forscher, könnte Salz womöglich ähnliche Auswirkungen haben. Auch die Endothelzellen, die sich im menschlichen Gehirn befinden, reagieren empfindlich auf Interleukin-17, wie weitere Experimente des Teams zeigten. Schon in der Vergangenheit konnten Studien eine sehr salzreiche Ernährung bei Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen in Verbindung bringen. Welche Langzeitfolgen zu viel Salz auf der Speisekarte hat, ist aber noch unklar.

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  • Quelle
Nat. Neurosci. 10.1038/s41593-017-0059-z, 2018