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Oberflächen: Neue Disziplin: Kunstsprengen



Normalerweise verbindet man mit Sprengstoff einen Akt der Zerstörung: Häuser zerfallen zu Staub oder ein Loch öffnet sich im Berg. Doch die Druckwelle einer Sprengung kann auch äußerst filigrane Strukturen hervorbringen. Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie in Pfinztal haben daraus ein Verfahren zur Strukturierung von Metalloberflächen entwickelt. Auf eine Metallplatte legten sie ein Eichenblatt und bedeckten es mit einer dünnen Folie aus einem Nitrozellulose-Sprengstoff; deren Lackschicht verhindert das Verdampfen des explosiven Materials. Bei Zündung entstand eine Druckwelle von 150–200 Kilobar, das Blatt verdampfte, seine Struktur prägte sich in die Metalloberfläche. Die nützliche Nebenwirkung: Die Sprengung verdichtet und härtet sie. Das Verfahren eignet sich unter anderem für Stahl, Aluminium, Kupfer und Messing, wobei die Dicke der Sprengfolie zwischen 0,8 bis 3 Millimeter variiert. Der detailgenaue Abdruck kann auch als Vorlage zur dekorativen Verzierung von Kunststoffoberflächen dienen.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001, Seite 80
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001

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