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Geologie: Vulkane speien Brom



Chemikalien wie die berüchtigten FCKWs sowie bromhaltige Halone gelten als Schuldige am Abbau der Ozonschicht. Doch jetzt vermuten Forscher um Nicole Bobrowski von der Universität Heidelberg, dass auch Vulkane zu den Ozonzerstörern zählen. Mit einem neuen Gerät, das auf dem Prinzip der differenziellen optischen Absorptionsspektrometrie mit mehreren Achsen (MAX-DOAS) beruht und die Messung von Gaskonzentrationen in der Luft aus der Entfernung erlaubt, stellten sie bei den Soufrière Hills auf der Karibikinsel Montserrat sehr hohe Emissionen an hochreaktivem Brommonoxid (BrO) in der Abgaswolke fest. Hochrechnungen für die gesamte Erde ergaben, dass Vulkane zu den stärksten Bromquellen für die Atmosphäre zählen. Als Oxid kann das Element bei großen Ausbrüchen fast komplett die Stratosphäre erreichen, wo es das Ozon viel wirksamer zerstört als Chlor. Zwar weiß man schon länger, dass Vulkanabgase Bromverbindungen enthalten, doch erst das neue Messgerät erlaubt präzise Abschätzungen. (Nature, 15.5.2003, S. 273)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 7 / 2003, Seite 41
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
7 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 7 / 2003

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