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Kulturgeschichte des Essens: Wild, Würmer, Wurzeln – die Vollwertkost der Steinzeit

Harter Überlebenskampf, knappe Ressourcen, geringe Lebenserwartung? Die Jäger und Sammler der Steinzeit deckten ihre Tafel überraschend üppig und ausgewogen. Erst der Übergang zum Ackerbau bescherte den Menschen ein modernes Problem: einseitige Ernährung.
Wer heute in eine Scheibe Brot beißt, denkt wohl kaum daran, dass dieser bescheidene Happen eine 10 000-jährige Geschichte besitzt. Speisen sind Kulturgüter: Menschen essen, Tiere fressen. Doch der Homo sapiens entfremdet sich zunehmend von seinen natürlichen Lebensgrundlagen. In modernen Industriegesellschaften produziert er kaum noch selbst, was er zum Leben braucht. Das erledigen Spezialisten und Maschinen.

In der heutigen "Esskultur" sind drei wichtige Erfahrungen abhandengekommen: Der unmittelbare Bezug zu den grundlegenden Bestandteilen unserer Nahrungsmittel, das Bewusstsein für den sittlichen Umgang mit ihnen und das für ihren ursprünglich sakralen Aspekt. Viele Menschen haben schlicht zu wenig Zeit für das "tägliche Brot". Fertigkost-Snacks in den Arbeitspausen, eilige Mahlzeiten in der Kantine und Schnellgerichte daheim aus der Mikrowelle sind mittlerweile fast die Regel geworden. Das gemeinsame Essen im Kreis der Familie mit all seinen sozialen Verbindlichkeiten hat an Bedeutung verloren. An diese Stelle sind die wenigen Geselligkeiten außerhalb der Familie getreten, bei denen wir Nahrung und Getränke noch mit Bedacht auswählen, zubereiten, festlich auftischen und mit einer gewissen Feierlichkeit zu uns nehmen – kurz: bei denen wir "speisen".

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  • Literatur
Weiterführende Literatur

Zu den Untersuchungen der Inhalmiut:

Saffiro, Luigi: Monophagy in the European Upper Paleolithic. In: Margaret L. Arnott (Hg.): Gastronomy: The anthropology of food and food habits. The Hague 1975, S. 81-84.

Zur Vollwertkost der prähistorischen Menschen:

Markl, Hubert: Ökologische Grenzen und Evolutionsstrategie Forschung. In: Forschung. Mitteilungen der DFG 1980 (3): I-VIII.

Zu den Untersuchunge an den Buschmann-Gruppen in Botswana und Hadza:

De Vore, Irven (Hg.): Man the hunter. Chicago 1968.

Zu den Mythen der Vergangenheit:

Dähnhardt, Oskar: Natursagen: Eine Sammlung naturdeutender Sagen, Märchen, Fabeln und Legenden, Bd. 3. Leipzig/Berlin 1910.

Müller, Klaus E.: Die Hürden des Lebens. Persönlichkeitswechsel in traditionellen Kulturen. In: Aleida und Jan Assmann (Hg.): Verwandlungen: Archäologie der literarischen Kommunikation IX. München 2006, S. 79-94.

Zur Fundstätte Nizza:

Klotz, Heinrich: Die Entdeckung von Çatal Höyük: Der archäologische Jahrhundertfund. München 1998.

Zur Fundstätte Gesher Benot Ya’aqov:

Spektrum der Wissenschaft 2010 (3), S. 12.

Zur Fundstäütte Bilzingsleben:

Spektrum der Wissenschaft 2004 (10), S. 38-47.

Zu den russischen Ausgrabungen in Jakutien:

Okladnikov, Alexey Pavlovich: Yakutia bevore its incorporation into the Russian State. Montreal/London 1970.

Zum ältesten Brotfund:

Lüning, Jens (Hg.): Die Bandkeramiker: erste Steinzeitbauern in Deutschland. Rahden/Westfalen 2005.