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Größte Vulkankette der Welt: 91 neue Feuerberge in der Antarktis

Quer durch die Westantarktis zieht sich eine gewaltige Kette von Vulkanen - unter viele hundert Meter dicken Eisschichten.
Mount Vinson - abgelegen in der Antarktis

Die Region mit der höchsten Dichte an Vulkanen befindet sich vermutlich in der Antarktis. 91 neue Vulkane fanden Fachleute unter dem dicken Eisschild des Westantarktischen Grabenbruchs, zusätzlich zu den dort bereits bekannten 47 Feuerbergen. Die Kette ähnelt den Vulkanen des Ostafrikanischen Grabenbruchs und hat den gleichen Ursprung: eine Dehnungszone, an der Kräfte im Erdmantel den Kontinent auseinanderreißen und so heißem Magma den Weg Richtung Erdoberfläche erleichtern. Die Gruppe um Maximilian Van Wyk de Vries von der University of Edinburgh nutzte zusätzliche Datenquellen, um in der Topografie unter dem Eis potenzielle Vulkane zu identifizieren. Die größten dieser Berge sind fast vier Kilometer hoch. Die große Zahl der Vulkane und die damit verbundene Wärme aus dem Erdinneren haben womöglich erheblichen Einfluss auf den Westantarktischen Eisschild, der nach Ansicht einiger Fachleute bereits heute durch den Klimawandel instabil wird.

Der Westantarktische Grabenbruch erstreckt sich als etwa 3000 Kilometer lange Senke entlang des Transantarktischen Gebirges vom Ross-Meer zur Antarktischen Halbinsel. Die Struktur entstand vor etwa 100 Millionen Jahren, die ersten Vulkane wuchsen jedoch erst vor etwa 35 Millionen Jahren. Die Berge unter dem Eis zu identifizieren war bisher schwierig, denn es gibt zwar genaue Radardaten der Topografie, allerdings liegen die mit hoher Genauigkeit vermessenen Streifen teils mehrere Kilometer auseinander.

Für die Gruppe um Van Wyk de Vries war die Identifizierung der kegelförmigen Vulkanbauten deswegen lediglich der erste Schritt. Ob die so entdeckten Berge real sind, bestimmte sie anhand einer Reihe von Kriterien, darunter Buckel in der Eisoberfläche und magnetische Anomalien. Nun wollen die Forscher herausfinden, wie viele der Kegel tatsächlich auch noch aktiv sind: Es gibt Indizien dafür, dass schmelzende Eiskappen nach der letzten Eiszeit durch Druckentlastung zu mehr Vulkanausbrüchen führten – ein Effekt, der in der Westantarktis die Schmelze deutlich beschleunigen könnte.

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