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News: Apokalypse abermals abgesagt

Wieder einmal war die Angst vor einem angekündigten Weltuntergang verfrüht. Sollte die Erde im Jahre 2044 tatsächlich zerstört werden, dann liegt es zumindest nicht an 1999 AN10. Hinter diesem Code verbirgt sich ein Asteroid, der im Januar 1999 entdeckt wurde. Seitdem kursieren Vermutungen, wann der riesige Gesteinsbrocken mit der Erde zusammenstoßen wird. Zwei deutsche Amateur-Astronomen sorgten nun für erleichtertes Aufatmen: Auch dieser Brocken wird an uns vorübergehen.
Seit der Entdeckung des Asteroiden, der immerhin etwa einen Kilometer Durchmesser hat, diskutieren Wissenschaftler die Wahrscheinlichkeit, ob und wann 1999 AN10 womöglich die Erde zerstören wird. Als erste berechneten Andrea Milani und seine Kollegen von der Universität in Pisa die kleine aber nicht auszuschließende Möglichkeit, daß die beiden im Jahr 2039 mit apokalyptischen Folgen zusammentreffen werden, nachdem sie sich bereits am 7. August 2027 sehr nahe kommen sollten. Die Aussichten verschlimmerten sich noch, als Wissenschaftler vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena eine Wahrscheinlichkeit von eins zu 500 000 für einen Zusammenstoß im Jahr 2044 ermittelten. Die Berechnungen basierten auf Fotos des australischen Amateur-Astronomen Frank Zoltowski.

Doch die Welt kann aufatmen. Arno Gnädig und Andreas Doppler, zwei Berliner Amateur-Astronomen, durchforsteten im Internet den Digital Sky Survey, eine digitalisierte Fotosammlung des Palomar Observatory in Kalifornien aus den fünfziger Jahren. Sie entdeckten eine Aufnahme mit einer Spur des Asteroiden vom 26. Januar 1955. Mit dieser Erkenntnis berechneten Brian Marsden und Gareth Williams vom Minor Planet Center in Cambridge, Massachusetts, eine neue Umlaufbahn. Und siehe da: Der Asteroid wird der Erde weder im Jahr 2027 gefährlich nahe kommen noch in den folgenden Jahrzehnten irgendeine Bedrohung darstellen. "Wir waren ein wenig überrascht", sagt Marsden.

Gnädig betont, daß Doppler und er die Spur von 1999 AN10 nur finden konnten, weil Marsden und Williams nur wenige Wochen zuvor eine neue Bahn des Asteroiden berechnet hatten. "Wir hatten einfach Glück", sagt Gnädig. Tatsächlich hatten Donald Yeomans und seine Mitarbeiter am JPL gerade kürzlich eine automatische Suche der Palomar-Aufnahmen durchgeführt und kein Ergebnis erhalten. "Entweder waren unsere Suchvorgaben zu streng, oder das Bild war zu schwach", meint Yeomans.

Die Wissenschaftler unterstreichen besonders die wichtige Rolle der Hobbyastronomen für ihre Forschung. "Es gibt viele großartige Amateure, die für uns wundervolle Arbeit leisten", sagt Marsden.

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