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Der Sternenhimmel im März: Auftritt zweier Brüder

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Um Mitternacht herum leuchtet in der zweiten Märzhälfte ein helles Sternpärchen im Westen auf halbem Weg zum Zenit – mit einem kurzem Blick zu erkennen auf unserer Nachthimmelübersicht.

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Der Sternenhimmel im März 2005 | Himmelsanblick in der ersten März-Hälfte gegen 1 Uhr MEZ, in der zweiten Monatshälfte gegen 24 Uhr MEZ
Wir können die beiden Sonnen ein "Paar" nennen, weil sie nur 4,5 Grad auseinander liegen, also weniger als eine halbe Faustbreite bei ausgestrecktem Arm, und fast die gleiche Helligkeit besitzen. Lassen Sie sich aber nicht von dem momentan knapp darunter stehenden Saturn verwirren. Er ist heller als die beiden Sonnen, funkelt jedoch nicht. Die zwei Sterne sind Kastor und Pollux, die hellsten Sterne in den Zwillingen (auf der Sternenkarte rechts im Westen).

Der griechischen Sage nach waren Kastor und Pollux Brüder der schönen Helena von Troja. Wie Jason gehörten sie zu den Argonauten. Die Römer verehrten sie später als Schutzpatrone der Seefahrer.

Auch wenn man annehmen könnte, dass die beiden Sterne wie ihre mythologischen Vorbilder Zwillinge sind, unterscheiden sie sich doch in etlichen Punkten voneinander. Pollux ist ein wenig heller und ein wenig orangefarbener als der weiße Kastor, wie Sie gut mit einem Feldstecher überprüfen können. Der wichtigste Unterschied ist, dass Pollux ein einzelner Stern ist, Kastor dagegen ein Doppelsternsystem. Mit einem mittelgroßen Amateurteleskop können Sie bei hoher Vergrößerung Kastors eng stehende Komponenten trennen.

Der Rest des Sternbilds Zwillinge ist mäßig hell und liegt auf der Ekliptik, der Linie, auf der die Tierkreiszeichen liegen und entlang der die Sonne, der Mond und die Planeten wandern. Knapp oberhalb des westlichen Fußes der Zwillinge können Sie mit einem Feldstecher den Sternhaufen M 35 entdecken.

Wenn Sie nach Einbruch der Dunkelheit nach Südwesten schauen, erkennen Sie einen wunderschönen Fächer, den die Zwillinge mit den Wintersternbildern Großer Hund ("Canis Maior", CMa), Orion (Ori) und Stier ("Taurus", Tau) bilden. Gegen Mitternacht allerdings, wie auf unseren Übersichtskarten, blinzelt tief im Westen nur noch ein halber Orion über den Horizont, während die anderen Konstellationen schon untergegangen sind. Lediglich Prokyon im Kleinen Hund ("Canis Minor", CMi) glänzt zur Linken der Zwillinge, während Kapella im Fuhrmann ("Auriga", Aur) ihre Rechte ziert.

Nicht ganz auf halbem Weg von Pollux zu Regulus im Löwen ("Leo") befinden sich die leuchtschwachen Sterne des Krebses ("Cancer, Cnc). Die Mitte dieses Sternbilds liegt beim "Bienenstockhaufen" M 44, der heller ist als alle anderen Sterne im Krebs. Schon ohne Hilfsmittel können Sie, weit entfernt von städtischer Lichtverschmutzung, einen diffusen Fleck erkennen. Mit einem Feldstecher werden daraus Dutzende von einzelnen Sternen.

Merkur hat während der Abenddämmerung einen Auftritt als Lichtpunkt tief im Westen. Am besten sichtbar ist er zwischen dem 5. und 15. März. Am 12. März erreicht er seine "größte östliche Elongation", also den größten Abstand von der Sonne am Abendhimmel.

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Saturn bei Kasor und Pollux | Saturn besucht Kastor und Pollox Mitte März um Mitternacht
Saturn ist der helle, nicht funkelnde Gast in den Zwillingen (siehe Grafik). Er ist fast die ganze Nacht hindurch sichtbar und steht um 20 Uhr am höchsten. Dann können Sie bei klarem Himmel sogar den Schatten sehen, den der Planet auf seine Ringe wirft. Suchen Sie ihn an der Stelle, an der die Ringe hinter der Planetenkugel verschwinden.

Jupiter geht jetzt bereits nach 20.30 Uhr am Anfang des Monats und schon vor Ende der Dämmerung an den letzten Märztagen auf. Je später Sie ihn betrachten, desto höher steht er und desto schärfer sehen Sie durch ein Fernrohr seine unverwechselbaren Wolkenbänder.

Mars geht kurz vor der Morgendämmerung auf und wird allmählich wieder heller. Er hängt im ersten Licht der Dämmerung tief im Südosten mit einer Helligkeit 1. Größe wie Spika in der Jungfrau.

Venus steht der Sonne zu nahe und ist diesen Monat gar nicht sichtbar.

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Mond und Planeten im März 2005 | Das Panorama zeigt die Phasen und Positionen des Monds im März. Die Pfeile kennzeichnen die Wege von Sonne und Planeten von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Uhrzeit an, wann der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.
Der Mond befindet sich als abnehmende Sichel zur Zeit der Morgendämmerung am 6. März unterhalb von Mars. Am 11. ist die schmale, zunehmende Sichel ein Wegweiser zu Merkur. Der Vollmond liegt oberhalb von Jupiter am Abend des 25. März und unterhalb in der folgenden Nacht.

Die Sonne durchläuft am 20. März um 13.33 Uhr den Himmelsäquator. Sie gibt damit den Startschuss für den Frühling auf der Nord- und den Herbst auf der Südhalbkugel der Erde.
02.03.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 02.03.2005

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