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News: Aus der Galerie des Universums

Die planetarischen Nebel gehören zu den schönsten Objekten im Weltraum. Wie ihre grazilen Strukturen indes entstehen, war bisher nicht gänzlich geklärt. Am Computer zeigte sich jetzt, wie am Ende eines Sternenlebens komplexe Magnetfelder entstehen, welche die Gas- und Staubwolken modellieren.
Vielleicht sollten Sie an dieser Stelle zunächst einmal innehalten und sich an der atemberaubenden Schönheit dieser Bilder des Hubble Space Telescope Natürlich rätseln die Astronomen seit langem darüber, wie diese Nebel ihre eigenartigen Formen erlangen. Seit einiger Zeit schon vermutet man, dass die Gas- und Materiewolken durch Magnetfelder zu Kunstwerken werden - eine These, die sich jetzt bestätigt hat. Bisher scheiterten derlei Erklärungsversuche daran, dass sich die Forscher nur mit der äußeren Hülle sterbender Sterne beschäftigten. Im letzten Stadium eines typischen Riesensterns dreht diese sich aber mit einer anderen Geschwindigkeit als der Kern. Auf diese Weise kommt es im inneren und im äußeren Bereich zu getrennten Magnetfeldern, die sich ineinander verdrehen und verschlingen.

Eric Blackman vom Department of Physics & Astronomy der University of Rochester und seine Kollegen haben ihren numerischen Simulationen nun erstmalig beide Magnetfelder zugrunde gelegt. Bisher glaubte man, dass dessen Stärke nicht ausreicht, um die mächtigen Strukuren zu erzeugen. Nun zeigte sich, wie bedeutsam die Kombination und das Wechselspiel des inneren und des äußeren Magnetfeldes sind. Demnach folgt die vom Stern heraus geschleuderte Materie ziemlich genau den gebogenen Feldlinien und bildet die gigantischen Konturen eines planetarischen Nebels.

Obendrein bekommen die Forscher Rückenwind durch ein anderes, weithin bekanntes Phänomen. Am Ende eines Sternenlebens bleibt nämlich ein weißer Zwerg, und der dreht sich in aller Regel langsamer als gedacht. Für Blackman und seine Kollegen liegt daher nahe, dass auch in diesem Fall das Magnetfeld eine Rolle spielt und wie eine Bremse wirkt. Die herausgeschleuderte Materie, die den Feldlinien des Sterns folgt, vermindert die Rotationsgeschwindigkeit in der gleichen Art und Weise wie eine Eiskunstläuferin, die ihre Arme ausstreckt.

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