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News: Aus Frust ein Auge riskieren

Das gefährliche seelische Tief erlebt momentan ein erschreckendes Verbreitungshoch - immer mehr Menschen leiden unter Depressionen. Leichte bis mittlere Formen können erfolgreich mit Tee oder Extrakten aus Johanniskraut behandelt werden, erst bei lang anhaltenden oder schweren Depressionen sind entsprechende Pharmazeutika unverzichtbar. Doch auch wenn die Sonne scheinbar nicht mehr bis ins Herz vordringt - das Auge erreicht sie allemal. Und in Verbindung mit dem Wirkstoff des Johanniskrauts kann sie die Linse trüben. Die naturnahe Therapie hat also auch ihre Gefahren und Tücken.
In der Naturheilkunde ist schon lange bekannt, daß die Behandlung mit Johanniskraut bei manchen Menschen eine Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht verursacht. Der Wirkstoff Hypericin produziert im sichtbaren oder ultravioletten Licht freie Radikale, die extrem reaktionsfreudig sind und Nervenzellen angreifen oder das Immunsystem zu Abwehrreaktionen wie Schwellungen veranlassen können.

Nach den Ergebnissen von Joan Roberts und ihren Mitarbeitern von der Fordham University ist die Gefahr von Nebenwirkungen aber noch größer und betrifft mehr Menschen als bislang angenommen. Auf dem Treffen der American Society for Photobiology 1999 erklärte sie, daß die freien Radikale auch mit Proteinen in der Linse des Auges reagieren. "Wenn diese Proteine geschädigt sind, flocken sie aus und machen die Linse grau", sagt sie. "Das nennt man dann einen Katarakt."

Das Hypericin alleine ist allerdings harmlos. Deshalb empfiehlt Roberts Menschen, die Johanniskraut zu sich nehmen, bei schönem Wetter Sonnenbrillen und einen Kopfschutz zu tragen. Außerdem warnt sie mit Nachdruck davor, eine Lichttherapie mit Hypericin zu kombinieren. "Man sollte nicht glauben, daß pflanzliche Medikamente ohne Nebenwirkungen sind."

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