Direkt zum Inhalt

Berggorillas: Das Trommeln des Königs

Etwa einmal am Tag richten sich Gorillas auf und schlagen sich auf die Brust. Biologen haben nun herausgefunden, was sie damit anderen Affen verraten.
Trommelnder GorillaLaden...

In den Dschungel rufen kann jeder. Männliche Berggorillas machen daher noch auf andere Art und Weise auf sich aufmerksam: Ein- oder zweimal am Tag richten sie sich auf und schlagen sich für ein paar Sekunden wiederholt auf die Brust. Dieses Trommeln kann man oft noch in einem Kilometer Entfernung hören – eine klare Ansage, wer im Busch das Sagen hat.

Biologen vermuten, dass erwachsene Tiere damit Rangkämpfe ausfechten und letztlich Weibchen beeindrucken wollen. Jedenfalls trommeln Silberrücken während der Brunftzeit und in Anwesenheit unbekannter Gorillafrauen besonders häufig. Ein Team um Edward Wright vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie macht sich nun in »Scientific Reports« noch für eine weitere Funktion stark: Das Brustschlagen übermittle auch zuverlässig die Körpergröße des jeweiligen Tiers und helfe so bei der Kommunikation im dichten Regenwald.

Brustschlag eines SilberrückensLaden...
Brustschlag eines Silberrückens

Die Forschergruppe hat im Volcanoes National Park in Ruanda in den Jahren 2014 bis 2016 insgesamt 25 Gorillas beobachtet und mehr als 3200 Stunden an Tonmaterial aufgezeichnet. Anhand von Fotos ermittelten sie außerdem den Brustumfang der Männchen – und stießen auf einen Zusammenhang: Je größer der Brustkorb, desto tiefer der Tonschlag. Keinen Unterschied scheint es hingegen in der Häufigkeit und der Zahl der Schläge zu geben. Wegen der Tonhöhe können Gorillas wohl trotzdem bereits aus der Ferne abschätzen, wie mächtig ein Trommler ist – und entsprechend entweder das Weite oder die Begegnung suchen.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte