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News: Die nicht so lieben Kleinen

Was soll man mit aggressiven Grundschülern machen? Alle in einer Klasse sammeln oder sie auf verschiedene Klassen verteilen? Eine amerikanische Studie zeigt, daß es wichtig ist, den Kindern Regeln und Ordnung zu vermitteln. Und dies läßt sich in 'gemischten' Gruppen leichter durchführen.
Nach Sheppard G. Kellam von der Johns Hopkins School of Public Health kann das Ausmaß an schlechtem Benehmen während des ersten Schuljahres die weitere Entwicklung der Aggressivität bei Jungen in der schulischen Mittelstufe beeinflussen. Aggressive und störende Erstklässler, die in Klassen unterrichtet wurden, in denen Störungen häufig waren, blieben auch später mit größerer Wahrscheinlichkeit Problemkinder als andere Jungen. Im Gegensatz dazu handelten Grundschüler, die ursprünglich ebenfalls als aggressiv eingestuft wurden, später weniger gereizt, wenn sie in Klassen mit funktionierender Ordnung erzogen wurden. Die gängige Praxis, schwierige Kinder in einer Klasse zusammenzufassen, lenkt diese also aktiv auf unsoziale Verhaltensweisen zu (Development and Psychopathology, Ausgabe Frühling 1998).

Die Wissenschaftler verfolgten die Entwicklung der Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse. Sie achteten besonders auf den Zusammenhang von aggressivem Verhalten im ersten Schuljahr und der Beständigkeit des Problems in den folgenden Jahren. Obwohl die Kinder zufällig auf die Klassen verteilt wurden und die Anzahl der aggressiven Schüler daher anfangs etwa ausgeglichen war, entwickelten sich innerhalb der ersten drei Monate unterschiedliche Grade an Aggressivität in den Klassen. Das läßt darauf schließen, daß der Grad von Ordnung entscheidend vom Lehrer bzw. der Mischung aus Lehrer und Schülern abhängt.

Unabhängig von ihrem Aggressionspotential im ersten Schuljahr waren Mädchen und Jungen aus ärmeren Gemeinschaften einem höheren Risiko ausgesetzt, bis zur Mittelstufe sehr aggressive Verhaltensmuster zu entwickeln.

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