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Kosmologie: Dunkle Gaswolken in der Milchstraße

Indem sie Beobachtungsdaten von Radio-, Infrarot- und Gammastrahlen-Observatorien miteinander kombiniert haben, gelang es französischen Wissenschaftlern um Isabelle Grenier von der Universität Paris, eine Karte der interstellaren Materiewolken in der Milchstraße zu erstellen. Danach umfassen Wolken dunkler Gase ebenso viel Masse wie die bekannten Molekülwolken.

Das Team nutzte die Daten verschiedener Arbeitsgruppen und Satelliten, die jeweils spezielle Bereiche des elektromagnetischen Spektrums aufgezeichnet haben. Für sich genommen, lässt jeder Satz Lücken, weil Gas und Staub häufig nur bestimmte Wellenlängen absorbiert oder emittieren, in anderen Frequenzen jedoch unsichtbar sind. Vor allem so genanntes "dunkles Gas", bei dem es sich vermutlich um molekularen Wasserstoff mit einer sehr geringen Temperatur handelt, wird dadurch leicht übersehen. Hinweise darauf ergeben sich aus den Infrarotsignalen des kalten Staubs, mit dem es oft vermischt ist, sowie aus der Gammastrahlung, die das Gas abstrahlt, wenn es von kosmischer Strahlung angeregt wird.

Aus den neuen Karten der Materieverteilung geht hervor, dass viele Wolken im Kern relativ dicht gepackte Moleküle beinhalten, umgeben vom dunklen Gas und einer äußersten Hülle aus diffusem atomaren Wasserstoff. Anhand dieser Schichtung wollen die Forscher Modelle aufstellen, welche die Entwicklung interstellarer Wolken erklären.

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