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Planetenforschung: Asteroid 2016 HO3 – ein langjähriger Begleiter der Erde

Der kleine Asteroid 2016 HO3 ist ein Quasi-Satellit der Erde, weil seine Umlaufbahn mit der Erdbahn in einem festen Verhältnis steht. Somit hält sich der Himmelskörper immer relativ nahe bei unserem Planeten auf, ist aber kein zweiter Mond.
Asteroid 2005 UL5 am 20. November 2015 (Radarkarten von Goldstone)

Für sich allein betrachtet ist der Asteroid 2016 HO3 mit einem Durchmesser von 40 bis 100 Metern, der am 27. April 2016 im Rahmen der automatischen Himmelsdurchmusterung PanSTARRS entdeckt wurde, nichts Besonderes. Himmelskörper dieser Größe gibt es zu Tausenden in unserem Sonnensystem. Was 2016 HO3 aber auszeichnet, ist seine besondere Bahn um die Sonne: Sie sorgt dafür, dass er sich immer relativ nahe bei der Erde aufhält. Dabei entfernt er sich nicht mehr als bis auf rund die 100-fache Monddistanz von unserem Planeten und kommt uns nicht näher als den 38-fachen Abstand Erde–Mond (im Mittel trennen uns vom Mond etwa 384 000 Kilometer). Durch dieses Verhalten wird 2016 HO3 zu einem Quasi-Satelliten unseres Planeten.

Die Bahn von 2016 HO3 um die Sonne und der Erde (Übersichtsgrafik)
Die Bahn von 2016 HO3 um die Sonne und der Erde | Der kleine Himmelskörper 2016 HO3 umläuft die Sonne auf einer leicht elliptischen Bahn einmal in 366 Tagen. Dabei hält er sich immer in relativer Nähe zur Erde auf und beschreibt im mit der Erde bewegten Bezugssystem eine Ellipse um den Blauen Planeten. Dabei entfernt er sich nicht mehr als bis auf die 100-fache Distanz Erde–Mond und nähert sich minimal bis auf die 38-fache Distanz Erde–Mond an (ein Mondabstand sind 384 000 Kilometer). Ein solches Verhalten wird als Quasi-Satellit bezeichnet. 2016 HO3 ist aber kein zweiter Mond, weil er nach wie vor die Sonne umrundet und nicht im Schwerefeld der Erde gefangen ist.

Präzise Berechnungen der Bahn von 2016 HO3 um die Sonne zeigen, dass der kleine Asteroid schon rund ein Jahrhundert ein Quasi-Satellit der Erde ist und noch für mehrere hundert Jahre bleiben wird. Obwohl sich 2016 HO3 stets in relativer Erdnähe aufhält, ist er aber kein zweiter Erdmond, denn er befindet sich auf einer eigenen Umlaufbahn um die Sonne. Er ist also nicht im Schwerefeld der Erde gefangen.

Die Bahn von 2016 HO3 im ruhenden Bezugssystem (Übersichtsgrafik)
Die Bahn von 2016 HO3 im ruhenden Bezugssystem | Die Umlaufbahn des kleinen Asteroiden 2016 HO3 (blau und türkis) um die Sonne ist derjenigen der Erde sehr ähnlich. Die Umlaufdauer und die Orientierung der Asteroidenbahn relativ zur Erde sorgen dafür, dass sich 2016 HO3 zu jeder Zeit immer in relativer Nähe zur Erde aufhält. Er entfernt sich maximal bis auf rund die 100-fache Distanz Erde–Mond (etwa 40 Millionen Kilometer) vom Blauen Planeten.

Für einen Umlauf um die Sonne benötigt der kleine Asteroid 366 Tage, und er ist im Mittel 1,0012 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt, was praktisch exakt dem Abstand Erde–Sonne entspricht. Die Bahn des Himmelskörpers ist mit einer Exzentrizität von e = 0,10 deutlich elliptischer als der Erdorbit und 7,77 Grad gegenüber der Ekliptik, der Erdbahnebene, geneigt. Diese Bahnparameter sorgen dafür, dass es für lange Zeit nicht zu einer Kollision mit unserem Planeten kommen kann. Allerdings wird 2016 HO3 nicht für immer ein Quasi-Satellit der Erde bleiben, denn seine Bahn wird durch die Schwerkraft der anderen Planeten gestört, so dass sich die Beziehung schließlich auflösen wird. Vor 2016 HO3 waren schon sieben weitere kleine Himmelskörper bekannt, die sich zumindest für einige Jahre wie Quasi-Satelliten verhielten.

© NASA / JPL-Caltech
Asteroid 2016 HO3 ist ein Quasi-Satellit der Erde

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