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Der Sternenhimmel im September: Ein letzter Blick auf das Sommerdreieck

Wenn der Sommer in den Herbst übergeht, steht der nördliche Teil der Milchstraße abends im Zenit.
Sternenhimmel
Der Sternenhimmel im September 2006 | Himmelsanblick in der ersten September-Hälfte gegen 22 Uhr MESZ, in der zweiten Monatshälfte gegen 21 Uhr MESZ. Jupiter ist gerade im SW verschwunden, die anderen Planeten tauchen nur kurz in der Morgendämmerung auf.
Die beiden hellsten Sterne des Sommers sind noch nach Sonnenuntergang zu sehen. Einer steht tief im Nordwesten, der andere leuchtet etwas höher im Westen. Allerdings sollten Sie vor 22 Uhr nach ihnen sehen, denn sonst ist der erste schon unter dem Horizont verschwunden. Wenn Sie jedoch etwas früher nach draußen gehen, funkelt ihnen im Nordwesten noch der orangefarbene Arktur (Alpha Bootes) entgegen, der Hauptstern des Bärenhüters.

Das zweite "Leuchtfeuer" finden Sie etwas höher und ein Stück weiter im Westen. Es ist Wega (Alpha Lyrae) in der Leier. Sie ist genauso hell wie Arktur, erscheint jedoch blau-weiß. Auf unserer Karte finden Sie sie auf halber Strecke zwischen Westhorizont und Zenit.

Ebenfalls hoch über dem Horizont stehen Deneb (Alpha Cygni) und Atair (Alpha Aquilae). Sie befinden sich östlich und südlich von Wega. Zusammen bilden die drei hellen Sterne eines der markantesten Wahrzeichen der heißen Jahreszeit: das Sommerdreieck. Es ist kein offizielles Sternbild, erleichtert aber die Orientierung am Himmel sehr. Deneb steht am Ende des Schwans. Er bildet gleichzeitig die Spitze des "Kreuz des Nordens". So wird der hellste Bereich innerhalb der Konstellation genannt, der tatsächlich die Form eines Kreuzes hat. An dessen anderem Ende (beziehungsweise am Kopf des Schwans) steht Albireo (Beta Cygni). Wenn Sie ihn durch ein kleines Fernrohr betrachten, können Sie bereits seine beiden goldenen und blauen Komponenten erkennen. Er ist einer der schönsten Doppelsterne am Himmel.

Cygnus-Sternwolke | Die Cygnus-Sternwolke im Schwan ist einer der sternreichsten Bereiche der Milchstraße.
Bei einem sehr dunklen Himmel sehen Sie entlang dem Schwanenhals einen besonders hellen Bereich der Milchstraße, die Cygnus-Sternwolke. Sie ist eine der sternreichsten Regionen, die Sie mit einem Feldstecher erforschen können. Der Schwan besitzt noch weitere Sehenswürdigkeiten wie den Nordamerikanebel und den Schleier- oder Zirrusnebel, die Sie mit Teleskop, Sternkarte und ein wenig Erfahrung entdecken können. Für die lichtschwachen Nebel benötigen Sie aber auf jeden Fall einen sehr dunklen Standort.

Der dritte Eckpunkt des Sommerdreiecks, Atair, markiert den Kopf des Adlers. Er wird auf beiden Seiten von schwächeren Sternen flankiert. Unter dem Adler liegt der Schild ("Scutum"). Obwohl dieser recht unauffällig ist, enthält er einen sehr hellen Bereich der Milchstraße: die Schildwolke. Scheinbar in ihrer Mitte sehen wir den sternreichen offenen Haufen M 11, der uns jedoch deutlich näher steht als die Wolke.

Planeten im September

Der Planetenlauf im September 2006 | Das Monatspanorama zeigt die Phasen und Positionen des Monds vom 22. August bis zum 21. September. Die Pfeile kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten vor den Fixsternen von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die ungefähre Ortszeit an, wenn der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.
Jupiter ist der einzige Planet, den Sie am Abend mit bloßem Auge leicht erkennen können. Er leuchtet während und nach der Abenddämmerung hell im Südwesten bis Westsüdwesten. Der Gasplanet zieht diesen Monat nördlich an Alpha Librae vorbei und steht am 11. und 12. nur ein halbes Grad neben ihm. Merkur und Mars begegnen sich am 15. September, doch befinden sich beide zu nah an der Sonne, um in der Dämmerung sichtbar zu sein. Saturn steht zu Beginn der Morgendämmerung im Ostsüdosten. Schauen Sie auch einmal nach Regulus etwas links unter ihm. Saturn besitzt momentan eine Helligkeit von 0,5ter Größe, etwas schwächer als in den vergangenen Jahren. Mit einem Teleskop konnen Sie die Hauptursache dafür leicht erkennen: Die Neigung seiner Ringe hat abgenommen. Venus sinkt immer tiefer in die Morgendämmerung. Sie steht tief am Osthorizont.

Mond bedeckt Plejaden | Der Mond hat Mitte September zwei interessante Begegnungen: Zuerst bedeckt er am 12. September die Plejaden.
Der aufgehende Mond erlebt am 7. September eine unauffällige partielle Verfinsterung, die gegen 20.52 Uhr ihren Höhepunkt erreicht. Auffälliger ist seine Begegnung mit den Plejaden, die er am 12. September bedeckt. Eine Woche später steht er in der Morgendämmerung des 19. September als Sichel zwischen Saturn und Regulus. Zwei Tage darauf erscheint die noch schmalere Sichel nahe bei Venus. Zurück am Abendhimmel steht die zunehmende Mondsichel am 25. horizontnah unterhalb von Jupiter und am 26. September links unter ihm.

Mondsichel zwischen Saturn und Venus | Zwischen 19. und 21. September besucht der Mond Saturn und Venus.
Die Sonnenfinsternis am 22. September ist von Deutschland aus leider nicht zu sehen. Der Kernschatten zieht hauptsächlich über das Meer, Südamerika und den Süden Afrikas. Die Sonne erreicht die Tag-und-Nacht-Gleiche am 23. September um 6.03 Uhr und läutet damit den Beginn des Herbstes auf der Nordhalbkugel und den des Frühlings auf der Südhalbkugel ein.

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