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News: Für ein langes und gesundes Leben

Wissenschaftlern ist es gelungen, das Leben von Taufliegen um 40 Prozent zu verlängern, indem sie ein menschliches Gen in die Insekten einbrachten. Dieses Gen enthielt den Bauplan für ein Protein, das bestimmte Nervenzellen vor Schäden durch Sauerstoff schützte.
Ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Gabrielle Boulianne vom Hospital for Sick Children (HSC) und der University of Toronto sowie Dr. John Phillips von der University of Guelph hat mit Hilfe der Taufliegen herausgefunden, daß motorische Neuronen besonders empfindlich für oxidative Schäden sind. Diesem Prozeß kommt eine Schlüsselrolle bei der Alterung zu und bei der Frage, wie lange ein Organismus lebt. In ihren Experimenten konnten sie das Leben der Fliegen, das üblicherweise rund 80 Tage währt, um 40 Prozent verlängern.

"Diese Forschung ist so bedeutend, weil sie das lange bestehende Geheimnis klärt, welche Zellen die Lebensdauer des gesamten Organismus begrenzen, wenn sie durch Oxidation geschädigt werden", sagt Boulianne. "Außerdem wissen wir nunmehr, daß nur ein einziges Gen in einem einzigen Zelltyp einen großen Einfluß auf das Altern hat. Im Gegensatz zu früheren Auffassungen, wonach viele unterschiedliche Faktoren zum Altern beitragen, erscheint der Alterungsprozeß nunmehr einfacher."

Die Forscher schützten die Taufliegen vor Oxidationsschäden, indem sie das menschliche Gen SOD1, das für ein Enzym namens Superoxid-Dismutase codiert, in die Tiere einbrachten. Schäden durch Oxidation, die während des Lebens zunehmen, schwächen die Fähigkeit einer Zelle, ihre Struktur und Funktion aufrechtzuerhalten.

"Es ist die Ironie des Lebens, daß der Sauerstoff, den wir zum Überleben benötigen, im Grunde giftig ist", meint Phillips. "Wenn wir atmen, entstehen toxische Nebenprodukte, sogenannte Sauerstoffradikale. Unsere Zellen schützen sich gegen diese Gifte, indem sie sie entweder neutralisieren oder eliminieren. Doch mit zunehmenden Alter wird es für unsere Zellen immer schwieriger, mit den Giftstoffen fertig zu werden, und so sammeln sie sich an. Jetzt wissen wir, daß das Nervensystem für diese Akkumulation besonders anfällig ist, da es eine Menge Sauerstoff verbraucht."

Oxidationsschäden werden mit verschiedenen neurodegenerativen Krankheiten des Menschen in Zusammenhang gebracht, darunter die Familiäre Amyotrophe Lateralsklerose, die Huntingtonsche und die Parkinsonsche Krankheit sowie Alzheimer.

"Natürlich muß noch viel mehr auf dem Gebiet der Oxidationsschäden an motorischen Neuronen geforscht werden", erläutert Boulianne. "Noch werden die Werkzeuge erst entwickelt, die uns gestatten werden, selektiv auf Zellen im Nervensystem von Mäusen und Menschen einzuwirken".

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