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Ozeane: Great Barrier Reef verlor die Hälfte aller Korallen

Noch ist das australische Great Barrier Reef auch aus dem All zu sehen. Doch sein Fundament bröckelt. Es kann sich immer schlechter von Katastrophen erholen.
Korallenbleiche (Symbolbild)Laden...

In den letzten 30 Jahren hat das australische Great Barrier Reef rund die Hälfte seiner Korallen verloren. Und damit schwinde auch die Fähigkeit des Riffs, sich von Katastrophen wie einer Korallenbleiche wieder zu erholen, schreiben Andy Dietzel vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies (CoralCoE) und sein Team in den »Proceedings of the Royal Society B«. Die Schäden betreffen ein breites Spektrum an Arten über alle Größenklassen. »Die Anzahl kleiner, mittlerer und großer Korallen hat sich seit den 1990er Jahren um mehr als 50 Prozent reduziert«, sagt der an der Studie beteiligte Korallenforscher Terry Hughes vom CoralCoE: »Die Rückgänge traten in flacherem wie tieferem Wasser und über das gesamte Arteninventar auf. Besonders betroffen sind verzweigte und tischförmige Vertreter.«

Gerade solche Korallenarten litten unter der katastrophalen Korallenbleiche in den Jahren 2016 und 2017. Durch diese Verluste verringerte sich auch die Strukturvielfalt im Riff, da diese Korallen vielen anderen Tieren Rückzugs- und Lebensräume bieten. Zudem wirken sich die Schäden langfristig auf die Überlebensfähigkeit des Ökosystems an sich aus. »Ein gesundes Korallenriff besteht aus vielen großen Exemplaren, die besonders viele Larven produzieren, und Millionen Babykorallen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich das Great Barrier Reef heute schlechter von Schäden erholen kann als früher, weil es weniger Larven gibt und vor allem weniger große Exemplare, die sich vermehren können«, sagt Dietzel.

»Wir dachten, dass die schiere Größe des Ökosystems dem Great Barrier Reef hilft. Doch selbst das größte Riff der Erde zerfällt, obwohl es relativ gut geschützt ist«, sagt Hughes. Eine Ursache ist der Klimawandel, der das Meer aufheizt. Wird das Wasser aber zu warm, stoßen die Korallen ihre lebenswichtigen Algensymbionten ab; sie bleichen aus. Dadurch schwindet ihre Vitalität – vor allem, wenn sich diese Ereignisse zu schnell wiederholen, wie es in den letzten Jahren der Fall war. Daneben sorgen die hohen Kohlendioxidemissionen dafür, dass das Wasser zunehmend versauert: Die Korallen können ihr Kalkskelett schlechter aufbauen. Und dazu kommen lokale Probleme wie Schäden durch die Schifffahrt oder Überdüngung des Wassers, weil zu viele Nährstoffe vom Land eingetragen werden.

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