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Mars-Missionen: Marssonden-Spektrometer möglicherweise irreparabel beschädigt

Mars Express
Das Planeten-Fourier-Spektrometer (PFS), eines von sieben Beobachtungsinstrumenten der europäischen Mars-Sonde Mars Express, ist möglicherweise irreparabel beschädigt. Das Spektrometer zeigte bereits seit zwei Monaten Anzeichen für technische Probleme. Eine Ursache ist bislang nicht gefunden, werde aber nun gemeinschaftlich von Experten der beteiligten Wissenschaftler und Ingenieuren gesucht, teilte die Esa mit.

Als eine der Ursachen diskutieren die Forscher Vibrationen, die möglicherweise nun eine genaue Ausrichtung der Interferometer-Spiegel des sehr empfindlichen Instrumentes verhindern. Über die Möglichkeiten einer Reparatur ist bislang nichts bekannt. Die übrigen sechs Instrumente des Mars-Orbiters funktionieren dagegen problemlos.

Seit der Ankunft der europäischen Mars-Express-Sonde am Einsatzort im Marsorbit im Dezember 2003 lieferte das PFS eine Fülle von Daten, die einige Aufschlüsse über die Bodenbeschaffenheit des Mars und die Zusammensetzung seiner Atmosphäre lieferten. Messungen mit dem Instrument bestätigten unter anderem das Vorkommen von Wasser- und Kohlendioxideis am Pol und eine unterschiedliche Verteilung von Methan in den verschiedenen Hemisphären unseres Nachbarplaneten.

Zuletzt hatten im Februar 2004 Messungen für Aufsehen gesorgt, die außer Methan auch auf über den Erwartungen liegende Konzentrationen von Formaldehyd hindeuteten. Größere Mengen des Kohlenwasserstoffgases in der Atmosphäre gelten bei einigen Wissenschaftlern als Hinweise für Stoffwechselaktivität lebender Organismen. Der leitenden Wissenschaftler des PFS, Vittorio Formisano vom italienischen Institut für Physik und Interplanetare Wissenschaft in Rom, hatte gemutmaßt, es müssten unbekannte Prozesse ständig Methan als Ausgangssubstanz für Formaldehyd nachliefern. Als Quelle kämen etwa lebende Organismen in Frage.

Die Messungen der offenbar stark schwankenden Mengen des in der Atmosphäre extrem kurzlebigen Formaldeyds und die Schlussfolgerungen sind von anderen Forschern angezweifelt worden. Mittlerweile wurde geklärt, dass auch geochemische Prozesse den Nachschub des Methans sicherstellen können.

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