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Planetenforschung: Neptungroßer Planet umkreist jungen, nahen Stern

Wann bilden sich Planeten, und wie entwickeln sie sich? Antwort auf diese Frage erhoffen sich Astronomen vom jüngst entdeckten Planeten AU Mic b.
Der äußerste Planet Neptun wurde im Jahr 1846 von Johann Gottfried Galle von Berlin aus entdeckt.Laden...

Sein Name: AU Mic b. Sein Stern: AU Microscopii. Seine Zustand: aufregend. Der etwa neptungroße Planet umkreist einen besonders jungen, relativ nahen Stern, weshalb Astronomen hoffen, von AU Mic b mehr über die frühe Phase der Planetenentstehung zu lernen. Die Details über ihre Entdeckung haben sie nun im Magazin »Nature« veröffentlicht.

Weniger als eine Hand voll Sterne sind bekannt, die sowohl kosmisch nahe am Sonnensystem liegen als auch jung sind. AU Microscopii ist eines dieser begehrten Objekte. Er liegt gerade mal 31,9 Lichtjahre von uns entfernt. Mit 20 bis 30 Millionen Jahren ist er mindestens 150-mal jünger als unsere Sonne. Nicht nur das: Er wird zudem noch von einem Planeten umkreist, wie nun bekannt ist – eine Konstellation, die Wissenschaftler seit gut einem Jahrzehnt suchen.

»Diese Entdeckung ist ein Puzzleteil«

Der Planet AU Mic b besteht vermutlich hauptsächlich aus Gasen. »Sein Stern hatte wahrscheinlich noch nicht die Zeit, kleine, felsige Planeten zu bilden«, sagt der an der Studie beteiligte Thomas Barclay in einer begleitenden Pressemitteilung. Der Analyse zufolge hat AU Mic b eine Masse von nicht mehr als 58 Erden und umkreist AU Microscopii alle 8,5 Tage. Eine so kurze Umlaufzeit deutet darauf hin, dass der Planet dem Stern extrem nahe ist.

Barclay und das Team wollen von dem System unter anderem lernen, wie unser Sonnensystem aussah, bevor sich dort terrestrische Himmelskörper wie Erde und Venus gebildet haben. Eine Antwort darauf zu finden, ist alles andere als leicht. Wie Sonnensysteme und Planeten entstehen, ist eine große Frage der Astronomie. Das weiß auch Barclay: »Diese Entdeckung ist nur ein weiteres Puzzleteil bei dem Versuch, zu verstehen, was vor sich geht.«

Als Nächstes wollen die Forscher sich intensiver mit der Beschaffenheit von AU Mic b befassen. Das Ziel: herausfinden, wie es um die Atmosphäre bestellt ist – ob sie schwindet und falls ja, in welcher Geschwindigkeit – und aus was sie besteht.

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