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Astrophysik: Universum enthält viel zu wenig UV-Licht

Beobachtungen an Gasfilamenten zeigen: Vorhandene Strahlungsquellen reichen nicht aus, um die beobachteten Mengen ionisierten Wasserstoffs zu erklären.
Im Zentrum der Milchstraße

Etwa 80 Prozent des gesamten Lichts im Universum fehlen, behaupten Wissenschaftler auf der Basis von Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops. Wenn ultraviolette Strahlung auf Wasserstoff trifft, trennt es die Elektronen von den positiv geladenen Atomkernen, ein Vorgang, den man als Ionisierung bezeichnet. Ein Team um David Weinberg von der Ohio State University verglich nun den Anteil des ionisierten Wasserstoffs mit der vorhandenen ultravioletten Strahlung. Nach ihren Ergebnissen gibt es insgesamt fünfmal so viel ionisiertes Gas in den hauchdünnen Gasfilamenten zwischen den Galaxien, als die bekannten Strahlungsquellen, hauptsächlich Quasare, erzeugen könnten.

Diese Diskrepanz war allerdings, erklären die beteiligten Forscher, nicht zu allen Zeiten gleich groß – tatsächlich verhalten sich die Gaswolken immer "normaler", je tiefer sie bei den Beobachtungen ins Universum blickten: Je länger das Licht der Wolken zu uns unterwegs bar, desto weniger Gas ist ionisiert. Dagegen scheint im heutigen Universum 80 Prozent des Lichts zu fehlen. Welcher Effekt für den Befund verantwortlich ist, ist bisher noch völlig rätselhaft. Möglicherweise stammt die fehlende Strahlung von bisher unbekannten, exotischen Objekten – oder gar aus dem langsamen Zerfall der bisher nur vorhergesagten Dunklen Materie.

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  • Quellen
The Astrophysical Journal Letters

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