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Raumfahrt

Zwei mögliche Landeplätze für die Mission ExoMars 2020

Die Frage, ob es jemals Leben auf dem Mars gab oder sogar noch gibt, ist eine der drängendsten unserer Zeit. Die europäisch-russische Mission ExoMars soll dem ab 2020 nachgehen – zwei mögliche Landegebiete wurden hierfür nun ausgesucht.
Der ExoMars-Rover (künstlerische Darstellung)

Die Planungen für die Mission ExoMars der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA und der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos schreiten weiter voran. Nun wurden zwei Gebiete auf dem Roten Planeten als letzte Kandidaten für die Landung des Rovers und der stationären Plattform in etwa vier Jahren festgelegt: Oxia Planum und Mawrth Vallis liegen beide etwas nördlich vom Marsäquator und sind nur wenige hundert Kilometer voneinander entfernt. In dieser Region ziehen sich viele Täler aus den südlichen in die nördlichen Hochebenen, die einstmals von flüssigem Wasser ausgewaschen wurden. Daher bietet sie zahlreiche geologische Zeugnisse aus der feuchteren Vergangenheit des Planeten vor wenigen Milliarden Jahren: So konnten bereits tonhaltige Sedimente und eine Vielzahl von wasserhaltigen Mineralen identifiziert werden. Die perfekte Umgebung also für den ExoMars-Rover, der die Aufgabe hat, nach möglichem vergangenem oder sogar gegenwärtigem Leben auf dem Mars zu suchen.

Oberflächenkarte des möglichen Landeplatzes Oxia Planum
Oberflächenkarte des möglichen Landeplatzes Oxia Planum | Die ausgewählten Landeplätze, hier die Region Oxia Planum, wurden genauestens auf ihre Beschaffenheit untersucht. Der rot eingerahmte Bereich enthält die mögliche Landezone von 120 Kilometer Länge und 19 Kilometer Breite.

Die Region Oxia Planum wurde bereits 2015 als potenzieller Landeort ausgesucht. Der Wahl des zweiten Kandidaten ging nun eine zweitägige Sitzung von Wissenschaftlern, Technikern und Missionsplanern voraus. Schließlich muss das Gebiet nicht nur aus geologischer Sicht interessant sein, sondern auch die nötigen Voraussetzungen für eine sichere Landung und einen ungestörten Betrieb des Rovers bieten: In einer ellipsenförmigen Region von 120 Kilometer Länge und 19 Kilometer Breite sollten sich also keine großen Felsbrocken, steilen Abhänge oder allzu loses Material befinden. Außerdem muss der Landungsort relativ tief liegen, damit genügend Atmosphäre über der Oberfläche vorhanden ist, so dass das Landemodul per Fallschirm möglichst stark abgebremst werden kann.

In den kommenden Monaten und Jahren werden die beteiligten wissenschaftlichen und technischen Teams beide Regionen bis ins letzte Detail untersuchen: Wo soll der Marsrover nach alten Sedimenten bohren? Welchen Weg muss er nehmen, um möglichst viele interessante Orte zu erreichen? Und gibt es Hindernisse, die ihm die Arbeit erschweren könnten? Erst ein Jahr vor dem voraussichtlichen Start der Mission im Jahr 2020 soll dann die endgültige Entscheidung fallen, welcher der beiden Landeplätze das Ziel von ExoMars wird.

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