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Wieso riecht es im Sommer so deutlich nach Regen, im Winter jedoch nicht?

Nach dem langen und regenreichen Winter kommt auch wieder die Zeit, in der wir einen kräftigen Sommerschauer als erfrischend empfinden - vor allem, weil die Natur dann so wunderbar duftet. Wir fragten Ingo Schneider von der Universität Potsdam nach den Ursachen für den Geruch von Sommerregen.

Im Zuge der Stoffwechselaktivität von Pflanzen und Mikroorganismen, die hier als hauptverantwortlich gelten, entstehen viele geruchsaktive Substanzen. Ein großer Teil davon verbleibt in beziehungsweise auf den Geweben oder in der Erde. Bei Regen werden nun diese Stoffe – vorausgesetzt sie sind wasserlöslich – aus den Pflanzenteilen gespült und gelangen über die erhöhte Luftfeuchtigkeit in unsere Nase. Ein anderer Teil erreicht uns in gasförmiger Form, wenn die feinen Tröpfchen verdunsten.

Andererseits heizt das Wasser auch die mikrobielle Aktivität im Boden an, so dass es verstärkt zur Bildung organischer Substanzen kommt. Wenn dann zusätzlich noch das im Boden versickernde Regenwasser die bereits gespeicherten oder neu gebildeten gasförmigen Stoffe aus den Bodenporen vertreibt, steigt die Konzentration in der Luft sprunghaft an.

Im Winter ist die Situation entscheidend anders. Pflanzen und Mikroorganismen haben wegen der tiefen Temperaturen ihren Stoffwechsel extrem reduziert, die Substanzbildung ist stark eingeschränkt. Bei Laub abwerfenden Pflanzen kommt noch der Verlust der Hauptsyntheseorgane Blätter hinzu. Im Boden sind die Poren zudem weitgehend mit Wasser gefüllt, teilweise ist er noch gefroren. Damit ist eine Verdrängungsmöglichkeit kaum gegeben. Aus diesen Gründen entstehen bei Regen im Winter keine stark wahrnehmbaren Gerüche.

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