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Kompaktlexikon der Biologie: Mikrovilli

Mikrovilli, dünne, fingerförmige Ausstülpungen (Durchmesser etwa 100 nm) mancher Zellen tierischer Organismen, die der Oberflächenvergrößerung dienen, aber auch für Zell-Zell-Kontakte eine wichtige Rolle spielen. M. sind vor allem an leistungsfähigen Resorptionsorten ausgebildet, wie z.B. an der Oberfläche der Epithelzellen des Dünndarms, finden sich aber z.B. auch bei Leberzellen, Eizellen sowie Sinneszellen verschiedener Tiere. Bei resorbierenden Oberflächen bestimmt die Oberflächengröße die Substanzmenge, die je Zeiteinheit aufgenommen wird. Die Dünndarmepithelzelle enthält je mm2 etwa 50 Mio. M., die im Lichtmikroskop als Stäbchen- oder Bürstensaum erkennbar sind. Sie erhöhen die Resorptionsfläche des Dünndarms auf etwa das 50fache und enthalten Actinfilamente und Myosinoligomere, die sowohl der Formveränderung als auch der Stabilisierung der M. dienen. Im Experiment bilden sich in Zellkulturen bei benachbart liegenden Zellen M. aus, welche die Bildung von Zellkontakten einleiten, ebenso sind M. an Zellfusionen beteiligt. Viele Krebszellen haben i.d.R. mehr M. als vergleichbare Normalzellen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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