Direkt zum Inhalt

Kompaktlexikon der Biologie: Polyploidie

Polyploidie, eine Form der Euploidie, bei der Organismen mehr als zwei Chromosomensätze besitzen. Dabei lässt sich nach ihrer Entstehungsweise die Auto-P. von der Allo-P. unterscheiden. Auto-P. entsteht durch Störungen der Mitose (somatische P.) oder durch Störungen der Meiose, bei der diploide Gameten befruchtet werden und zu triploiden Arten bzw. nach weiterer Befruchtung zu tetraploiden Arten führen (Keimbahnploidie). Durch die Behandlung mit Spindelgiften wie Colchicin kann bei Pflanzen künstlich eine P. erzeugt werden. P. ist dabei häufig mit eine Vergrößerung von Zellen und Pflanzenorganen, wie z.B. Blüten verbunden. Allo-P. tritt zwischen eng verwandten Arten derselben Gattung auf. Kreuzungen sind bei Gräsern und Nachtschattengewächsen relativ leicht durchzuführen. Ein Beispiel sind die allopolyploiden Formen des Weizens (Gatt. Triticum), die diploid (Einkorn), tetraploid (Dinkel, Emmer, Hartweizen) oder hexaploid (Saatweizensorten) sind. Triploide Pflanzen sind wegen Segregationsproblemen bei der Meiose nur schwer durch Samen zu vermehren. (Genommutation)

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

Partnervideos