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Kompaktlexikon der Biologie: Strukturfarben

Strukturfarben, Farben, die aufgrund bestimmter zellulärer Strukturen ohne Beteiligung von Pigmenten zustande kommen. Bei den Strukturfarben unterscheidet man zwischen schillernden und nicht-schillernden Farben. Letztere beruhen auf der Streuung des Lichts an zellulären Partikeln. Das leuchtende Tyndall-Blau (z.B. der Bläulinge, Lycaenidae) entsteht dadurch, dass die kurzen Wellenlängen an genügend kleinen Partikeln stärker gestreut werden als die langen und als reflektierte blaue Farbe vor einem dunklen Hintergrund (z.B. durch Melanine) erscheinen. Die langen Wellenlängen treten hindurch und ergeben ein durchscheinendes Rot. Totalreflexion an größeren Partikeln führt zu weißen Strukturfarben. Kombination mit Pigmentfarben kann zu weiteren Farbschattierungen führen. Schillernde Strukturfarben (Schillerfarben, meist blau, grün, violett) entstehen durch Dünnschichtinterferenz. Die verschiedenen Wellenlängen des Lichts werden beim Durchtritt durch übereinander liegende dünne Schichten unterschiedlich stark gebeugt und reflektiert (z.B. bei manchen Vogelfedern). Im reflektierten Licht kommt es deshalb durch Phasenverschiebungen zur Auslöschung bestimmter Wellenlängen und zu Farberscheinungen. Welche Wellenlängen gelöscht werden, hängt von der Schichtdicke ab, also indirekt auch vom Winkel des einfallenden Lichts und vom Blickwinkel des Betrachters. Die zellulären Strukturen bei Tieren und Pflanzen, die dünne Schichten bilden, an denen schillernde Strukturfarben entstehen können, bezeichnet man als Iridosomen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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