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Kompaktlexikon der Biologie: Stylommatophora

Stylommatophora, Landlungenschnecken, landlebende Lungenschnecken (Pulmonata), deren Augen an den Enden des hinteren einstülpbaren Fühlerpaares liegen. S. atmen über die Wand der Lungenhöhle, das Gehäuse und Schleim schützen gegen übermäßige Verdunstung, doch können S. auch hohe Wasserverluste (Weinbergschnecke bis 50 %, Nacktschnecken bis 80 %) für mehrere Tage überleben. Dem Gehäuse fehlt ein Dauerdeckel, es wird durch den Mantelwulst verschlossen. Die Nacktschnecken erscheinen zwar äußerlich symmetrisch, doch befinden sich Atem- und Geschlechtsöffnung nur auf der rechten Seite. Zu den S. gehören u.a.: Bernsteinschnecke (Succinea putris), eine in Nord- und Mitteleuropa verbreitete amphibische, bis 2,2 cm lange Art der S. Sie sind zwittrig; bei der Paarung fungiert jeweils ein Partner nur als Männchen, der andere als Weibchen. Ein gefürchteter Schädling in Bananenplantagen u.a. Pflanzungen ist die Achatschnecke (Achatina fulica), die, ursprünglich im tropischen Afrika beheimatet, mittlerweile weltweit verschleppt wurde. Eine der häufigsten Nacktschnecken in Europa ist die Große Schwarze Wegschnecke (Arion ater), die bis 13 cm lang werden kann. Sie kann bei Massenvermehrung in Pflanzungen schädlich werden, ebenso wie die Ackernetzschnecke (Deroceras reticulatum), die eine netzartige Zeichnung auf blassbräunlichem Grund zeigt, und der Große Schnegel (Limax maximus), der bis 20 cm lang ist und Schalenreste als Kalkplättchen unter dem Mantelschild trägt. Die Bänder- oder Schnirkelschnecken (Gatt. Cepaea) zeigen sowohl sehr unterschiedliche Größen, als auch Farb- und Bänderungsmuster ihrer Gehäuse. Sie ernähren sich von Blättern. Bekannteste Art der S. bei uns ist die Weinbergschnecke (Helix pomatia).

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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